
Der österreichische Autor Wolf Haas wurde gestern Abend mit dem Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans 2025 ausgezeichnet. Die Verleihung des von der Österreichischen Industriellenvereinigung (IV) gestifteten, mit EUR 15.000 dotierten und von einer unabhängigen Jury vergebenen Preises fand im Haus der Industrie in Wien durch IV-Generalsekretär Christoph Neumayer statt.
„Der Wildganspreis, so steht es geschrieben, wird an eine Schriftstellerin oder einen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft verliehen, deren/dessen Werk von hervorragender Relevanz für die literarische und gesellschaftliche Konstellation unserer Zeit ist. Passt!” – so Manfred Müller, Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, in seiner Laudatio.
Müller ist auch neben dem Germanisten Johann Holzner und der Autorin Barbara Neuwirth Mitglied der Preisjury, die ihre Wahl so begründete: „Wolf Haas erfindet sich als Autor immer wieder neu und überspringt mühelos die vermeintlichen Grenzen zwischen ‚ernster‘ und ‚unterhaltender‘ Literatur. Seine exakte, oft überraschende Konstruktion und sein unverwechselbarer Ton prägen ein Werk, das gleichermaßen unterhält und zum Nachdenken anregt. Besonders mit seinen Brenner-Romanen (1996–2022) hat er eine einzigartige, artifizielle Umgangssprache in die Literatur eingebracht – spielerisch, scharf beobachtet und stilistisch brillant.”
Wolf Haas (*1960 in Maria Alm / Salzburg), lebt in Wien. Nach einem Studium der Germanistik und Linguistik arbeitete er zunächst als Universitätslektor und Werbetexter. 1996 erschien sein Debütroman Auferstehung der Toten, der den Auftakt zur erfolgreichen neunteiligen Brenner-Reihe bildete. Mit Das Wetter vor 15 Jahren veröffentlichte Haas 2006 eine Liebesgeschichte in Form eines Interviews zwischen einer Literaturkritikerin und einem fiktiven Autor namens Wolf Haas, der erklärt, künftig keine Kriminalromane mehr schreiben zu wollen. Seither veröffentlichte Haas noch 3 weitere Brenner-Romane: Der Brenner und der liebe Gott (2009), Brennerova (2014) und Müll (2022).
Zuletzt erschienen die beiden jeweils für den Preis der Leipziger Buchmesse und den Österreichischen Buchpreis nominierten Romane Eigentum (2023) und Wackelkontakt (2025).
Der Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans wird seit 1962 jedes Jahr (außer in den Jahren 1990 und 1995) auf Vorschlag einer unabhängigen Jury einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft verliehen, „dessen oder deren Werk von hervorragender Relevanz für die literarische und gesellschaftliche Konstellation unserer Zeit ist“. Unter den Preisträger:innen befinden sich Autor:innen wie Christine Lavant, Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger, Ernst Jandl , Thomas Bernhard, Christoph Ransmayr, Arno Geiger, Kathrin Röggla, Olga Flor, Erich Hackl, Norbert Gstrein, Sabine Scholl, Daniel Kehlmann, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Andrea Grill, Gertraud Klemm, Christoph W. Bauer und zuletzt an Laura Freudenthaler.
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