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Verena Stauffer mit George-Saiko-Preis ausgezeichnet

Mi. 20.5.2026

Die österreichische Autorin Verena Stauffer wurde mit dem George-Saiko-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Verleihung der mit EUR 7.000 dotierten Auszeichnung fand am Mittwoch Abend im Literaturmuseum Wien statt.

Laudatio

Als eine der “interessantesten, entschlossensten und originellsten Autor:innen der Gegenwart“, die über eine „ausdrucksstarke, bildgewaltigen Sprache und eine eindrucksvolle Erzählkraft verfüge“, würdigte der Literaturwissenschaftler Michael Hansel die Preisträgerin in seiner Laudatio.
Bereits in ihrem ersten Lyrikband Zitronen der Macht (Hochroth, 2014) zeige sich „die ambivalente und unruhige Beziehung von Mensch und Natur und wie wichtig der Autorin Form und Ästhetik sind, um dieses Verhältnis literarisch zu reflektieren. […] Ob es nun ihre Gedichtbände oder ihre Prosawerke sind: In all ihren Texten schickt uns die Verfasserin auf eine Reise durch die Sphären der fantastischen äußeren und abgründigen inneren Welten und ergründet dabei die verschiedenen Wirklichkeiten, in denen wir leben. […] Verena Stauffer sagt über sich selbst, dass sie für eine originelle Metapher ihre letzte Bluse geben würde. […] wir müssen uns angesichts ihrer literarischen Kunstfertigkeit und ihrer poetischen Kraft keine Sorgen machen, dass es ihr jemals an diesem Kleidungsstück mangeln wird.“

Preisträgerin

Verena Stauffer, geb. 1978 im oberösterreichischen Kirchdorf an der Krems, veröffentlichte 2018 ihren Debütroman Orchis, der für den Literaturpreis Alpha, die Hotlist der Independents und den Blogger-Debütpreis nominiert war. 2021 folgte das “Corona-Tagebuch” Geschlossene Gesellschaft (Frankfurter Verlagsanstalt). Sie war zwei Mal für den Österreichischen Buchpreis nominiert, beide Male mit einem Lyrikband: Ousia (Kookbooks, 2020) und Kiki Beach (2025). 2025 las sie in Klagenfurt beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Zuletzt erschien der Roman Strahlen (Frankfurter Verlagsanstalt, 2026) Stauffer lebt in Wien.

George-Saiko-Preis 

Das nach dem österreichischen Romancier und Kunsttheoretiker George Saiko benannte Reisestipendium wird vom George-Saiko-Verein zur Förderung von Schriftstellern – dem Verein gehören Literaturwissenschaftler wie Klaus Kastberger (Leiter des Franz-Nabl-Instituts in Graz) und Michael Hansel (Österreichisches Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek / ÖNB in Wien) – alle zwei Jahre vergeben. Finanziert wird die Auszeichung aus dem Erlös, den die ÖNB für den Ankauf des umfangreichen Nachlasses von George Saiko aufbrachte. Der Verein finanziert sich hierdurch privat und arbeitet eng mit dem Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek zusammen. Bisherige Preisträger:innen waren Oswald Egger, Brigitta Falkner, Josef Winkler, Olga Flor, Ann Cotten, Sabine Scholl, Dimitré Dinev, Thomas Stangl, Marianne Jungmaier, Barbi Marković, Laura Freudenthaler, Valerie Fritsch und Fiston Mwanza Mujila.

George Saiko (geb. 1892 in Seestadtl/Nordböhmen, gest. 1962 in Wien) studierte Psychologie, Philosophie, Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Wien und arbeitete zeitweise als Schauspieler, Filmregisseur und Übersetzer. 1939 erhielt er Publikationsverbot und wurde im gleichen Jahr an die Albertina verpflichtet. Seit 1950 lebte er in Wien als freier Schriftsteller. Kurz vor seinem Tod wurde ihm der Große Österreichische Staatspreis für Literatur zuerkannt. In seinem Testament verfügte Saiko die Errichtung einer Stiftung, die einen Literaturpreis vergeben soll, der Schriftsteller:innen nicht nur Reisen zur Weiterbildung ihrer Kunst ermöglichen, sondern vor auch jene Autor:innen unterstützen soll, die sich ganz bewusst ohne jeden Kompromiss dem Schreiben widmen.

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