
Der Österreicher Franz Suess wurde Freitag Abend beim Comic-Salon Erlangen 2026 als bester deutschsprachiger Comic-Künstler mit dem mit EUR 10.000 dotierten Hauptpreis des Max und Moritz-Preises ausgezeichnet. Der Max und Moritz-Preis für das beste Sachcomic ging an die Österreicherin Ulli Lust für Die Frau als Mensch.
Der Max und Moritz-Preis, seit 1984 von der Stadt Erlangen im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Comic-Salons verliehen, gilt als wichtigste Auszeichnung für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr wurden Max und Moritz-Preise in 8 Kategorien vergeben, dotiert ist allerdings nur der Hauptpreis. Neben Suess und Lust wurden noch Mikael Ross (Bester deutschsprachiger Comic: Der verkehrte Himmel), Özge Samancı (Bester internationaler Comic: In den trüben Gewässern Istanbuls), Ayşe Klinge (Bester Comic für Kinder: Der Zahn), Martin Oesch (Bestes deutschsprachiges Comic-Debüt: Fleischeslust), Andreas C. Knigge (Spezialpreis der Jury) und Posy Simmonds (Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk) geehrt.
Der Jury für den Max und Moritz-Preis gehörten in diesem Jahr an: Catherine Bazabas (Comicbuchhandlung Petit Kami, Hamburg), Christian Gasser (Kulturwissenschaftler und Autor, Luzern), Andrea Heinze (Journalistin, Berlin), Katinka Kornacker (COMIX – Comicbuchhandlung Hannover), Isabel Kreitz (Comic-Zeichnerin, Hamburg), Christine Vogt (Leiterin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen) und Bodo Birk (Leiter des Internationalen Comic-Salons Erlangen).
„Die Menschen in seinen Comics treffen falsche Entscheidungen, nutzen Chancen nicht oder haben einfach nur Pech. Im Einzelnen hat das vermutlich jeder schon mal erlebt. Aber Franz Suess verdichtet die Misserfolge seiner Protagonist*innen und zeichnet deren Umwelt voller Tristesse und ohne Entwicklungschancen. Er schaut dahin, wo üblicherweise der Blick abgewendet wird. […] Franz Suess seziert das Leben seiner Protagonist*innen mit feinem, messerscharfem Bleistiftstrich. Mitunter wirkt das, als würden die Portraitierten vom scharfen Strich verletzt oder deformiert. Dann wieder sind sie so diffus gezeichnet, dass sie kaum zu greifen sind. Es wirkt, als wolle Franz Suess die Vielschichtigkeit seiner Protagonist*innen aufzeigen“, so Jurorin Andrea Heinze in ihrer Laudatio.
Franz Suess (* 1961 in Linz), studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität Linz. Er lebt und arbeitet in Wien als Illustrator sowie Autor und Zeichner von Graphic Novels und Bilderbüchern. Franz Suess gestaltete zunächst Postkarten-Comics und veröffentlichte diese gemeinsam mit Fotos und satirischen Collagen auf der Internet-Plattform Raketa. Suess wurde für seine Graphic Novels und Kinderbücher u. a. mit dem Fumetto-Wettbewerbspreis, dem österreichischen Outstanding Artist Award und dem Romulus-Candea-Preis ausgezeichnet.
Sein erstes Buch 1160, Ottakring ist 2011 erschienen und spielt in seinem Wiener Wohnbezirk. Es folgen u. a. Isopoda (2016) und Paul Zwei (2019). Im avant-Verlag folgten Diebe und Laien (2022), ausgezeichnet mit dem ICOM Preis für den Besten Independent Comic, Drei oder vier Bagatellen (2024) sowie zuletzt die Comicerzählung Jakob Neyder (2025) für die er schon vor Erscheinen des Buchs mit dem Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung bedacht wurde. www.franzsuess.com
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