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78. Frankfurter Buchmesse eröffnet

Mi. 7.10.2026

Am Dienstagabend ist die 78. Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Ehrengast ist in diesem Jahr Tschechien. Dessen umstrittener Kulturminister Oto Klempíř wurde bei seiner Eröffnungsrede mit Pfiffen und Zwischenrufen begrüßt. Klempíř, der Mitte der 1980er Jahre Informant für den tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienstes war, wurde von der rechten Autofahrerpartei Motoristen nominiert und ist seit vergangenem Dezember im Amt. Er hat u. a. die Abberufung der Leiterin der Prager Nationalgalerie und eine umstrittene Reform der öffentlich-rechtlichen Medien zu verantworten.

„Die Staatsminister, die die Kultur vernichten, kommen und gehen – aber die Literatur bleibt“ – mit diesen Worten leitete die tschechische Autorin Radka Denemarková ihre umjubelte Rede ein, in der sie betonte, dass man Literatur und Politik nicht trennen könne. „Der Kampf um die Wortmacht ist auch ein Kampf um die Weltmacht“, so Denemarková, die als einzige tschechische Autorin mit dem renommierten Magnesia Litera Preis in allen 4 Kategorien (Prosa, Sachbuch, Übersetzung und Buch des Jahres) ausgezeichnet wurde und vor kurzem die deutsche Übersetzung ihres Romans Schokoladenblut (aus dem Tschechischen von Eva Profousová, Verlag Hoffman und Campe, 2026) veröffentlichte.

Mehr als 1.000 Autor:innen und über 4.000 Aussteller:innen aus rund 100 Ländern präsentieren sich auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Auf dem Programm stehen rund 630 Veranstaltungen auf 15 Bühnen. Rund 40 österreichische Verlage sind mit einem eigenen Stand vertreten, 18 werden am österreichischen Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels und rund 100 am Stand der IG Autorinnen Autoren präsentiert.

Die Messe ist ab Freitag auch für das Lesepublikum geöffnet und endet am Sonntag mit der Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den britisch-französischen Menschenrechtsanwalt und Autor Philippe Sands.

Bereits am Montag Abend wurde der mit EUR 25.000 dotierte Deutsche Buchpreis 2026 verliehen, der an die deutsche Autorin Shida Bazyar für ihren Roman Die Lücken (Kiepenheuer & Witsch, 2025) ging. In diesem Jahr war als einziger österreichischer Autor Elias Hirschl (Schleifen, Zsolnay) für die Shortlist nominiert.

 

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