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Österreichische Kunstpreise für Eva Schmidt und Michael Stavarič

Mo. 21.9.2026

Der Österreichische Kunstpreis 2026 in der Sparte Literatur geht an die Autorin Eva Schmidt, den Österreichischen Kunstpreis für Kinder- und Jugendliteratur erhält Michael Stavarič.
Das teilte das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport am Montag in einer Aussendung mit.

Der mit EUR 20.000 dotierte Österreichische Kunstpreis wird jährlich in insgesamt 8 Sparten an „etablierte Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, die mit einem umfassenden, international anerkannten Gesamtwerk hervorgetreten sind“ vergeben. Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt durch eine Expert:innenjury, deren Mitglieder das Ministerium nicht bekannt geben wollte.

Österreichischer Kunstpreis 2026 |  Literatur
In der Sparte Literatur hat die Jury die Entscheidung für Eva Schmidt so begründet:
„Eva Schmidt zählt zu jenen österreichischen Autorinnen, die das Besondere im scheinbar Alltäglichen sichtbar machen. Seit ihrem Debüt mit dem Erzählband Ein Vergleich mit dem Leben (1985) zeichnet sie mit großer Beobachtungsgabe Menschen und Lebensgeschichten, die nicht geradlinig und makellos sind. Ihre Sprache bleibt dabei nah an den Figuren, ohne sich ihnen aufzudrängen. ‚Mein Leben ist auch ein Leben‘, heißt es am Ende des zuletzt erschienenen Romans Neben Fremden (2025). Man mag es eine Faszination für das Banale nennen, doch viel mehr ist es ein Hinwenden zu unperfekten Lebensgeschichten, zu solchen, die Bruchstellen aufweisen. Auch ihre eigene literarische Biografie kennt Brüche und lange Schaffenspausen, auf die mit Zwischen die Zeit (1997) und Ein langes Jahr (2016) eindrucksvolle Rückkehrmomente folgten.“

Eva Schmidt, geboren 1952 in Lustenau, lebt in Bregenz, Vorarlberg. Für ihre frühen, im Residenz Verlag erschienenen Prosabände – Ein Vergleich mit dem Leben (1985) und Reigen (1988) sowie der Debütroman Zwischen der Zeit (1997) – wurde Eva Schmidt vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (1986), dem Rauriser Literaturpreis (1986) und dem Nicolas-Born-Preis (1989). Nach einer Unterbrechung von fast 20 Jahren veröffentlichte sie 2016 den Roman Ein langes Jahr (Jung und Jung), der ebenso wie der nachfolgende Band Die untalentierte Lügnerin (Jung und Jung, 2019) für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt veröffentlichte sie 2019 einen Band mit Prosastücken (Sonne in einem leeren Zimmer, Golden Luft Verlag) sowie bei Jung und Jung den Erzählband Die Welt gegenüber (2021) und den Roman Neben Fremden (2025).

Österreichischer Kunstpreis 2026 |  Kinder- und Jugendliteratur
Die Kinder- und Jugendbuch-Juror:innen schrieben zu ihrer Wahl von Michael Stavarič: „Ursprünglich aus Brünn stammend und in Österreich aufgewachsen, bewegt sich der Autor Michael Stavarič wie selbstverständlich zwischen Sprachen und kulturellen Räumen. Als Übersetzer aus dem Tschechischen findet diese Vielsprachigkeit auch Eingang in sein literarisches Werk. Mit lyrischen Sprachverdrehungen, eigenwilligen Idiomen und großer Lust am sprachlichen Spiel setzt er sein kurioses Figureninventar mit surrealem Witz in Szene. Sachinformationen und kuriose Nebensächlichkeiten verbindet er spielerisch mit verschiedenen Textsorten und verknüpft dabei kulturwissenschaftliche und ökologische Themen mit einer ironischen Weltsicht.“

Michael Stavarič, 1972 in Brno (Tschechoslowakei) geboren, kam als Volksschüler mit seiner Familie aus der damaligen Tschechoslowakei nach Niederösterreich. Er studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte, Essays, Romane, Erzählungen und Kinderbücher; zudem übersetzt er literarische Texte aus dem Tschechischen. Zuletzt erschienen der Gedichtband spüren (Limbus Verlag, 2025), der Roman Die Schattenfängerin (Luchterhand, 2025) sowie Tierisch wilde Schlafmützen: Geschichten zum Träumen (Leykam, 2026). Stavarič wurde vielfach ausgezeichnet – u. a. mit dem Adelbert-Chamisso-Preis, dem Hohenemser Literaturpreis und dem Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur.

 

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