
Die Stadt Wien übernimmt den erhaltenen Teil des literarischen Archivs der Literaturnobelpreisträgerin und Wiener Ehrenbürgerin Elfriede Jelinek. Wie die Rathauskorrespondenz am Dienstag mitteilte, soll der Teilvorlass von der Wienbibliothek im Rathaus übernommen, wissenschaftlich erschlossen und künftig öffentlich zugänglich gemacht werden. Erste Gespräche mit der Autorin habe es bereits 2025 gegeben, die konkreten Ankaufsverhandlungen starteten im Sommer dieses Jahres. Für den Ankauf sollen auf Grundlage zweier Gutachten EUR 600.000 veranschlagt worden sein.
„Wien ist eine Stadt der Literatur und seit Jahrzehnten auch der Lebensmittelpunkt einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen unserer Zeit. Elfriede Jelineks Werk wird auf der ganzen Welt gelesen, gespielt und diskutiert. Dass ihr literarisches Archiv in Wien bewahrt und für kommende Generationen gesichert wird, ist für uns als Kulturstadt von großer Bedeutung. Wien übernimmt damit Verantwortung für ein kulturelles Erbe von Weltrang“, betont der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig.
„Das Werk Elfriede Jelineks hat Literatur und Theater weit über Österreich hinaus geprägt und immer wieder gesellschaftliche Debatten angestoßen. Dieses kulturelle Erbe langfristig zu bewahren, zu erforschen und öffentlich zugänglich zu machen, ist eine zentrale Aufgabe. Dass dieser bedeutende Bestand seinen Platz in der Wienbibliothek findet, ist ein großer Gewinn für Wien und die internationale Literaturforschung“, so Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler.
Der Teilvorlass bildet Jelineks literarisches Schaffen von ihren Anfängen bis in die 2000er Jahre mit umfangreichem analogen Material ab. Neben Werkmanuskripten und Typoskripten enthält er Korrespondenzen und Lebensdokumente sowie von der Autorin angelegte Sammlungen. Dazu zählt auch Material, mit dem Jelinek die Rezeption ihres eigenen Werks dokumentierte.
„Die Wienbibliothek im Rathaus versammelt seit rund 150 Jahren Bestände bedeutender Schriftsteller und Schriftstellerinnen, von Franz Grillparzer, Marie von Ebner-Eschenbach über Karl Kraus bis zu Friederike Mayröcker. In dieser Reihe wird die Übernahme der Materialien Elfriede Jelineks einen Höhepunkt darstellen. Wir werden den Bestand dauerhaft bewahren, wissenschaftlich erschließen und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärt Anita Eichinger, Direktorin der Wienbibliothek im Rathaus.
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