
Sprachspiel. Biennale West ist eine von der Kulturwissenschafterin, Autorin und Pädagogin Ulrike Tauss gegründete Literatur- und Filmfestivalreihe, die auf H. C. Artmanns Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Acts basiert und neben dem Poeten aus Wien Breitensee auch der Wiener Gruppe gewidmet ist.
Die diesjährige und nunmehr 6. Ausgabe, die von 12. bis 14. Juni 2026 bei freiem Eintritt in der Alten Schieberkammer im 15. Wiener Gemeindebezirk stattfindet, nimmt unter dem Motto immer arbeiten immer atmen und in Anlehnung an H. C. Artmanns Fleiß und Industrie das Thema “Arbeiten und Atmen” in den Blick. In dem 1967 erschienenen und seinem Vater, der Schuster war, gewidmeten Buch versammelt Artmann 30 poetische Miniaturen alter Handwerksberufe – eine Poesie der alltäglichen Verrichtungen, die von einer Arbeit erzählt, die nicht entfremdete.
“Was bedeutet es, immer zu arbeiten, immer zu atmen? Was bedeutet es, wenn immer durchgestrichen wird? Worauf verweisen diese Striche, diese Durchstriche eigentlich? In Hinblick auf gegenwärtige Arbeitsmodi, die in neoliberale Verhältnisse einer Spätmoderne eingehegt oftmals Strukturen der Ausbeutung festschreiben und maschinenähnliches wie atemloses Tätigsein erfordern, blickt zeitgenössisches Literatur-, Film- und Kunstschaffen eigenwillig und berechtigt hinter die Kulissen. Es ist imstande ein vielfältiges Panorama zu zeichnen”, so Festivalkuratorin Ulrike Tauss.
Auf dem Programm stehen neben Filmen – u. a. von Chantal Akerman, Harun Farocki und Virgil Widrich – Gespräche, Lesungen, Konzerte, Performances und eine Ausstellung. Unter den Mitwirkenden sind Franz Josef Czernin, Gerhard Rühm, Verena Dürr, Andrea Grill, Nicolas Mahler, Mark Kanak, Fran Lock, Magdalena Schrefel, Hanno Millesi, Ella Felber, Anja Zag Golob, Rosa Pock u. v. m.
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