
Der Reinhard-Priessnitz-Preis 2025 geht an den Lyriker, Übersetzer und Herausgeber Yevgeniy Breyger.
Die Verleihung der mit EUR 5.000 dotierten und vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport finanzierten Auszeichnung findet am 5.11.2025 im Literaturhaus Wien statt. Die Laudatio wird die Autorin Margret Kreidl – sie war 1994 die erste Priessnitz-Preisträgerin – halten.
„Die Texte von Yevgeniy Breyger schmiegen sich nicht an wie das Kätzchen in einem seiner Gedichte. Mit seiner wuchtigen Sprache/seinen Sprachen schlägt er Kerben in die Gegenwart. Sein Sound überrascht durch die kunstvolle Verwebung poetischer Bilder fragiler Landschaften mit einer literarisierten Mündlichkeit. Seine investigative Poesie vermag auf subversive und raffinierte Weise aufklärerisch zu sein. „Das Leben hat gelernt mich zu berühren“, schreibt er. Der Überfall Russlands auf die Ukraine wurde zum Wendepunkt seiner literarischen Arbeit. Er hat ihn auf eine neue Weise zum Schreiben und Sprechen gezwungen. „Noch nie hat der Honig so deutlich nach Abschied geschmeckt“, schreibt er in einem früheren Gedicht. Vielleicht weil dieser Abschiedshonig noch nie gleichzeitig so süß war und so bitter“, heißt es in der Begründung der Priessnitz-Preis-Juroren Gustav Ernst und Robert Schindel.
Der Reinhard-Priessnitz-Preis wird seit 1994 jährlich an Autor:innen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben. Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt durch eine Jury, eine Einreichung ist nicht möglich. Die Auszeichnung erinnert an einen der bedeutendsten Vertreter der Neuen Poesie, an den Wiener Autor Reinhard Priessnitz, der am 5. November 1985 40-jährig in Wien gestorben ist.
Bisherige Preisträger:innen: Margret Kreidl (1994), Kathrin Röggla (1995), Hansjörg Zauner (1996), Lotte Podgornik (1997), Sabine Gruber (1998), Barbara Hundegger (1999), Heinz D. Heisl (2000), Christoph W. Bauer (2001), Birgit Müller-Wieland (2002), Olga Flor (2003), Xaver Bayer (2004), Gerhild Steinbuch (2005), Thomas Ballhausen (2006), Ann Cotten (2007), Angelika Reitzer (2008), Michael Hammerschmid (2009), Andrea Winkler (2010), Richard Obermayr (2011), Judith Nika Pfeifer (2012), Anna Weidenholzer (2013), Robert Prosser (2014), Anna-Elisabeth Mayer (2015), Sandra Gugić (2016), Hanno Millesi (2017), Antonio Fian (2018), Barbi Marković (2019), Elias Hirschl (2020), Simone Hirth (2021), Jana Volkmann (2022), Bastian Schneider (2023), Laura Freudenthaler (2024).
Yevgeniy Breyger, 1989 im ukrainischen Charkiw geboren, lebte ab 1999 mit seiner Familie in Magdeburg/D. Nach Studien des Kreativen Schreibens, Kulturjounalismus und der Curatorial Studies in Hildesheim, Leipzig und Frankfurt am Main debütierte er 2016 mit dem viel beachteten Lyrikband flüchtige monde (kookbooks), dem die Bände Gestohlene Luft (kookbooks, 2020), Kryptomagie (mikrotext, 2022) und Frieden ohne Krieg (kookbooks, 2023) folgten. Im Februar 2026 wird sein neuer Gedichtband Hallo Niemand im Suhrkamp Verlag veröffentlicht, wo 2027 auch sein Romandebüt erscheinen soll.
Breyger wurde vielfach ausgezeichnet – u. a. mit dem Leonce-und-Lena Preis der Stadt Darmstadt (2019), dem Lyrikpreis München (2021), dem manuskripte-Preis des Landes Steiermark (2023), dem Christine Lavant Preis (2023), dem Klopstock-Preis (2024) und dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft (2025).
Breyger lebt und arbeitet in Wien, wo er als Senior Lecturer Literarisches Schreiben am Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst Wien lehrt.
Sie können 3 Newsletter abonnieren:
Bitte schicken Sie uns eine entsprechende Nachricht mit dem Betreff „Newsletter bestellen“. Für Abbestellungen bitte im Betreff „Newsletter abbestellen“ schreiben.