
Olga Martynova, die fünfte Mayröcker-Stipendiatin 2026, ist in Wien angekommen. Die russische Autorin wird bis Ende des Jahres in Friederike Mayröckers (1924-2021) ehemaliger Schreibwohnung in Wien leben und arbeiten.
Sie wurde, wie alle 5 Residence Gäste 2026 von einer dreiköpfigen Jury ausgewählt, der die Autor:innen Heike Fiedler (CH/D), Josef Haslinger (A) und Monika Rinck (D) angehören. Das in Gedenken an eine der bedeutendsten österreichischen Dichter:innen initiierte Residence-Programm richtet sich speziell an Lyriker:innen und bietet jährlich fünf Dichter:innen einen jeweils 2-monatigen Schreibaufenthalt.
Olga Martynova, geboren 1962 in Dudinka, Sowjetunion, ist eine russische Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin. Nach ihrem Studium der russischen Sprache und Literatur kam sie im November 1990 im Zuge eines Literaturaustausches nach Berlin und lebt seither in Deutschland. Sie schreibt auf Russisch (Gedichte, Essays) und Deutsch (Essays, Prosa). Darüber hinaus ist sie als Essayistin und Rezensentin u. a. für die Neue Zürcher Zeitung, Die Zeit und die Frankfurter Rundschau tätig. 2010 erschien ihr Romandebüt Sogar Papageien überleben uns, das u. a. auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gestanden ist. 2012 gewann Martynova den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2015 hatte sie die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Lebt in Frankfurt/Main.
„Für mich war das Werk von Friederike Mayröcker zuerst legendär (ich lernte ihre Gedichte kennen, als ich noch in Russland lebte, sie waren sehr früh ins Russische übersetzt), später nach und nach immer näher, greifbarer und wichtiger. Auch die wenigen persönlichen Begegnungen hinterließen einen tiefen Eindruck.“
Die Mayröcker-Residence ermögliche ihr „einige Zeit in dem Raum zu verbringen, den ich aus Fotos und Erzählungen meiner Freunde, die mit Friederike Mayröcker befreundet waren, kenne“ und sich dort „in Ruhe dem Werk von Friederike Mayröcker zu widmen“, so Martynova. Zu den Arbeitsvorhaben ihres Wien-Aufenthalts zählt etwa „ein Gedichtzyklus, der sich auf verschiedene Weisen mit Mayröckers Werk auseinandersetzen würde”.
Olga Martynova wird im Rahmen ihres Wien-Aufenhalts auch einige öffentliche Auftritte bestreiten. So sind neben einer Lesung am 6. November in der Poesiegalerie in Wien auch 2 Auftritte im Literaturhaus Wien geplant:
Am 13. November nimmt sie an einem Gespräch zum Thema „Leben und Schreiben im Exil im 21. Jahrhundert“ teil. Und am 10. Dezember wird sie beim 8. Schamrock Festival der Dichterinnen aus ihren Texten lesen.
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