
Vergangenes Wochenende wurde die Oper Monster’s Paradise, – Komposition: Olga Neuwirth, Libretto: Elfriede Jelinek – an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt. Für die Inszenierung zeichnete Hausherr Tobias Kratzer, für Bühnenbild und Kostüme Rainer Sellmaier verantwortlich. Die musikalische Leitung lag bei Titus Engel. In den Hauptrollen waren u. a. die Sänger:innen Sarah Defrise (Vampi), Kristina Stanek (Bampi), Georg Nigl (König-Präsident), Anna Clementi (Gorgonzilla) und die Schauspielerinnen Sylvie Rohrer (Vampi) und Ruth Rosenfeld (Bampi) zu erleben.
„Eine Oper als schrille Fuck-Trump-Party”, schrieb Peter Laudenbach in seiner Kritik für die Süddeutsche Zeitung. “Diese Uraufführung muss man wohl ein Manifest und ein Fest nennen. […] Neuwirths und Jelineks Oper ist ein Weltuntergangs-Oratorium, eine absurde Komödie in Zeiten des Autoritarismus. […] Der spezielle Humor der beiden Österreicherinnen als Waffe gegen die Unverschämtheiten der Misogynie — das funktioniert bei Monster’s Paradise prächtig. […] Wenn die Welt schon untergeht, dann bitte zur Musik von Olga Neuwirth.“
Monster’s Paradise ist – nach Bählamms Fest (1999) und Lost Highway (2003) – die erste gemeinsame Musiktheaterproduktion von Olga Neuwirth und Schriftstellerin Elfriede Jelinek seit mehr als 20 Jahren und entstand als Auftragswerk für die Staatsoper Hamburg. In Monster’s Paradise, von der Komponistin selbst als “Grand Guignol Opéra” bezeichnet, schicken Neuwirth und Jelinek, als Avatarinnen ihrer selbst, zwei Vampirinnen – Vampi und Bampi – auf eine Reise um die Welt. Sie beobachten den Niedergang der Menschheit, während ein tyrannischer König und das von ihm selbst heraufbeschworene Seemonster Gorgonzilla um die Macht kämpfen.
“Wir haben uns selbst hineingeschrieben, zwei Insektenforscherinnen, die sich in diesem System, das nicht ihres ist, orientieren müssen. Sie können, das ist ja die Eigenschaft von Gespenstern, überall hineinkommen, auch an Orte, wo sie nicht hingehören, unerwünscht sind, an Königshöfen, wo lächerliche Präsidenten die Dinge immer nur ins Chaos stürzen, und auf Gottesinseln, wo das Chaos längst schon herrscht (chaos reigns), wahrscheinlich seit jeher. Sie sind in ihrem fröhlichen Anarchismus niemandem verpflichtet”, so Elfriede Jelinek in einem Interview mit Christopher Warmuth, Chefdramaturg der Hamburgischen Staatsoper.
Monster’s Paradise steht in dieser Spielzeit nur mehr am 8.2., 11.2., 13.2. und 19.2.2026 auf dem Spielplan der Hamburgischen Staatsoper. Als Koproduktion wird Monster’s Paradise im März und April 2026 im Opernhaus Zürich und 2027 an der Grazer Oper zu sehen sein.
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