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Karin Peschka erhält Anton Wildgans-Preis 2026

Mi. 1.4.2026

Die Schriftstellerin Karin Peschka erhält den von der österreichischen Industrie gestifteten Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans 2026. Die Verleihung der mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung findet im September dieses Jahres im Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz in Wien statt, wie die Industriellenvereinigung heute in einer Aussendung mitteilte.

Die Jurybegründung
„Die Romane und Erzählungen von Karin Peschka führen in eine Welt, die auf den ersten Blick durchaus vertraut wirkt, über kurz oder lang jedoch so ausgeleuchtet wird, dass ringsum Tiefen und Untiefen, manchmal sogar dystopische Kulissen sichtbar werden. Auch die Figuren glaubt man schon zu kennen; man meint zu durchschauen, wie sie reden, wie sie leben, wie sie ihre Beziehungen gestalten. Aber in der akribischen poetischen Überschreibung erweist sich, dass die dargestellte Welt sich keineswegs völlig deckt mit den geläufigen Charakterisierungen und Urteilen. Gewiefte literarische Manöver, die wunderbar zerstreuen und gleichzeitig ungestüm wachrütteln können.
Es ist vor allem die Sprache, die diese Bücher auszeichnet, eine Sprache, die sich oft und oft mit Andeutungen begnügt, die nie ausschweifend oder gar hochstilisiert, vielmehr ziemlich nüchtern oder auch mit feiner Ironie sich in Szene setzt, zum einen unmissverständlich, wo sonst so gern zugeschwiegen wird, zum andern versiert zurückhaltend, wo sonst viel zu viel geschwätzt wird: Eine ganz und gar eigene, selbstbewusste Stimme in der österreichischen Gegenwartsliteratur”, so die Begründung der Jury, der Johann Holzner (vorm. Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck), Manfred Müller (Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Literatur) und Barbara Neuwirth (Schriftstellerin) angehören.

Die Preisträgerin
Karin Peschka, geboren 1967, aufgewachsen in Eferding/OÖ als Wirtstochter. Besuchte die Sozialakademie Linz und arbeitete unter anderem mit alkoholkranken Menschen und arbeitslosen Jugendlichen, aber auch mehrere Jahre im Bereich Onlineredaktion und Projektorganisation. Sie publizierte in diversen Anthologien, schrieb Kolumnen für den oe1.ORF.at und veröffentlichte bislang sieben Bücher, sechs davon im Otto Müller Verlag. Ihr Debütroman Watschenmann wurde für die Bühne adaptiert. Zuletzt sind von der Autorin die beiden Bücher Bruckners Affe (Ein Theater. Und ein Essay) und Dschomba (2023) erschienen. 2025 folgte zudem der erste Lyrikband in der Edition Thurnhof: ab- und angesang, ein Langgedicht mit Offsetfarblithografien von Michael Hedwig.
Karin Peschka wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, ihre Bücher mehrfach für den Österreichischen Buchpreis und die HOTLIST nominiert. Homepage von Karin Peschka.

Der Preis
Der von der österreichischen Industriellenvereinigung gestiftete Preis wird seit 1962 jedes Jahr (außer in den Jahren 1990 und 1995) auf Vorschlag einer unabhängigen Jury einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft verliehen, „dessen oder deren Werk von hervorragender Relevanz für die literarische und gesellschaftliche Konstellation unserer Zeit ist“. Unter den Preisträger:innen befinden sich Autor:innen wie Christine Lavant, Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger, Ernst Jandl , Thomas Bernhard, Christoph Ransmayr, Arno Geiger, Kathrin Röggla, Olga Flor, Erich Hackl, Norbert Gstrein, Sabine Scholl, Daniel Kehlmann, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Andrea Grill, Gertraud Klemm, Christoph W. Bauer, Laura Freudenthaler und zuletzt Wolf Haas.

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