#Essay

If it walks like a fascist and quacks like a fascist ...

Do. 30.10.2025

Zumindest halbwegs tagesaktuell über die USA zu schreiben, scheint momentan fast nicht möglich, zu sehr überschlagen sich die Nachrichten von heute mit denen von gestern. Die Instrumentalisierung des Mordes an dem rechtsextremen Podcaster und Trump-Unterstützer Charlie Kirk, die offene Zensur von Journalist:innen und Komiker:innen, das mittlerweile fast schon wieder aus dem öffentlich n Gedächtnis verdrängte Abschiebezentrum Alligator Alcatraz und der radikale Staatsumbau.
Das von Donald Trumps ehemaligem Berater Steve Bannon ausgegebene Motto „Flooding the zone with shit“ funktioniert und mündet allzu oft in einer fassungs- und sprachlosen Starre bei Beobachtenden und Kritiker:innen. Wo gilt es, anzusetzen um unsere so dringend nötige sprachliche Souveränität wiederzugewinnen? Wie können und sollen wir über die aktuellen Vorgänge in den USA sprechen?

Die österreichische Schriftstellerin Katherina Braschel, die 2024 ein Semester an einer US-amerikanischen Universität unterrichtete, unternimmt einen Versuch, diese Fragen zu beantworten.

Irgendwann im April 2024 saß ich in meinem kleinen Studio-Apartment in Ohio und hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ich bin von meinem Ess- und Schreibtisch aufgestanden, die drei Schritte zu meiner Wohnungstür gegangen und habe versucht, frische Luft in den Raum zu lassen, habe das Schiebefenster mit dem Fliegengitter davor geöffnet, mich aufs Bett gesetzt und immer wieder lange ein- und doppelt so lange ausgeatmet.

Man kann das nicht mehr retten, da geht gerade mindestens eine ganze Generation verloren“, habe ich in mein Handy getippt. Nach zwei Tagen Recherche zu den book bans und verbotenen Unterrichtsthemen in verschiedenen US-Bundesstaaten hatte ich das dringende Bedürfnis, all die Menschen, die mir hier in den vergangenen Monaten ans Herz gewachsen waren, einzupacken und mitzunehmen, wenn meine Residency endet. Hauptsache raus aus diesem Land, aus dieser Schlinge, die sich immer enger um den Hals all jener zuzog, die keine weißeni, heterosexuellen, gesunden, reichen, able-bodied/able-minded Männer ohne soziales Gewissen waren.
Der Text, für den ich damals recherchiert habe, musste warten, beschloss ich. Nach der intensiven Recherche, die sich wie zwei Tage durchgehendes Doomscrolling anfühlten, brauchte ich eine Pause.
Ich weiß nicht mehr, was ich dann gemacht habe, wahrscheinlich habe ich lange ans Spazierengehen gedacht und bin irgendwann mit diesem Herzklopfen in der Brust ins Auto gestiegen und zu Walmart gefahren, um dort unaufmerksam Saftkanister und ausgesägte Holzschilder mit „Coffee & Jesus“ anzuschauen.

Und jetzt sitze ich mehr als ein Jahr später wieder an einem Text über die gesellschaftliche Entwicklung der USA und alles, was mir damals Angst gemacht hat, hat sich als genau das erwiesen, was es war: unmissverständliche Wegweiser in Richtung (Post-)Faschismus.

Ein kleiner Exkurs zu den Begriffen Post-Faschismus und Faschismus

Der Philosoph und Faschismus-Forscher Jason Stanley, der mittlerweile seine Professur an der Yale Universität aufgegeben und die USA aufgrund des wachsenden Faschismus verlassen hat und nach Kanada ausgewandert ist, sieht diesen bei Trump und dessen politischer Bewegung eindeutig. Stanley begreift Faschismus dabei als Kontinuum und hat verschiedene Charakteristika des modernen Faschismus in seinem Buch How Fascism Works: The Politics of Us and Them (2018) aufgelistet. Liest man diese Aufzählung als Checkliste und schaut auf die Situation in den USA, blickt man durchwegs auf abgehakte Punkte und das nicht erst seit Trumps zweiter Amtszeit.

Der italienische Historiker und Journalist Enzo Traverso hingegen plädiert für die Verwendung des Begriffs Post-Faschismus, den er als hybrides Phänomen versteht, als aktuell permanent in Entstehung begriffenii. Entgegen dem Neo-Faschismus, der den Faschismus der 1930er-Jahre wiederbeleben möchte und sich eindeutig positiv darauf bezieht, bezeichnet Post-Faschismus nach Traverso einen spezifisch in der Gegenwart verankerten Faschismus, der der Auswuchs vergangener politischer Systeme ist (er nennt Silvio Berlusconi etwa einen „moderaten Vorreiter Trumps“) und Hand in Hand mit einem radikalen Wirtschaftsliberalismus einhergeht.

Für diesen Text halte ich es, was den Begriff des (Post-)Faschismus angeht, mit der US-amerikanischen Schriftstellerin und Journalistin Natasha Lennard: „call it post-fascism, call it a right-wing convergence, call it fascism – whatever the chosen framework, it must recognize that resistance to these pernicious political forces will not, indeed must not, involve the toleration of fascistic acts and policies.“iii

Was man Trump nicht vorwerfen kann

Es gab also jene Wegweiser, mehr als ein paar, die spätestens während Trumps erster Amtszeit, aber auch davor schon eindeutig gezeigt haben, wohin die Entwicklung geht. Eine Entwicklung übrigens, die in Trump nun zwar eine radikale Zuspitzung erfahren hat, deren Fundament aber schon lange zuvor gelegt wurde, blickt man etwa auf das US-amerikanische Grenzregime oder das beständige Streben, die reproduktive Selbstbestimmung zu beschneiden oder ganz abzuschaffen.

Es mag sein, dass es eine mehr oder minder kollektive Fehleinschätzung (ein Nicht-Wahrhaben-Wollen, vielleicht) der Lage in den USA und der Folgen einer zweiten Präsidentschaft Trumps vor den letzten Wahlen gab. Und das sowohl in den USA als auch außerhalb, wie man an fassungslosen Think Pieces im deutschsprachigen Feuilleton ebenso sehen konnte wie an den vielen auf verschiedenen Social Media-Kanälen geteilten Geschichten von „buyer’s remorse“ – Menschen, die von Familienangehörigen, Freund:innen, Bekannten etc. berichteten, die ihre Trump-Wahl nun bereuen.
Was man Trump allerdings tatsächlich schlecht vorwerfen kann, ist, seine Ideologie und seine Ziele verschleiert zu haben.

Timothy Snyder, ein weiterer, mittlerweile nach Kanada ausgewanderter, Faschismusforscher der Yale Universität, sagte bereits im Februar 2017 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „Wenn Bannon sagt, er wolle den Staat zerstören, dann können viele sich das nicht vorstellen. Ich fürchte, dass die meisten Amerikaner den Ernst der Lage verkennen und das hier für eine weitere rebellische Phase halten.“

Das war zu Beginn von Trumps erster Amtszeit. Alleine an dem Satz des damaligen Chefstrategen des Weißen Hauses Steve Bannon, wonach das Ziel die „deconstruction of the administrative state“ sei, lässt sich sehen, wie offen die Ziele von Trump und seinem Team zu jeder Zeit kommuniziert wurden. Auch wenn Bannon nicht mehr Teil des Weißen Hauses ist und der von ihm genannte „Abbau“ des Staates wohl als radikaler Staatsumbau verstanden werden muss (Trump ist kein Diktator, er ist ein demokratisch gewählter (Post-)Faschist), bin ich doch jedes Mal irritiert, wenn sich Menschen von der aktuellen Politik Trumps überrascht zeigen.

Divisive Concepts und die Rolle der Sprache

Was wohl weniger überrascht, ist, dass mich als Schriftstellerin insbesondere die Rolle von Sprache in gesellschaftlichen Vorgängen wie diesen interessiert. Vor allem dann, wenn sie weniger offensichtlich ist als in jener Aussage von Bannon oder diversen anderen von Trump selbst. Ein Beispiel hierfür ist die sprachliche Hinterlist in der Rechtsprechung zu „divisive concepts“ („spaltende Konzepte“), auf der die Abschaffung der „Diversity, Equity, Integration“-Programme (kurz DEI)iv an Institutionen und Unternehmen baut.

Divisive concepts“-Legislatur, die auf eine Präsidentenverfügung von Trump aus 2020 zurückgeht, kam ab 2021 in verschiedenen Bundesstaaten zur Anwendung, als Backlash gegen Critical Race Theory und Intersektionalitätv. Das Hinterlistige daran?

Schon Trumps Verfügung hieß „Combating Race and Gender Stereotypes“, also „Bekämpfung von ‚Rassen-‘ und Geschlechterstereotypen“ – was ja erst einmal gut klingt. Genau wie der erste Absatz des „divisive concepts“-Gesetzes, der diese als Konzepte definiert, die besagen, dass „eine ‚Rasse‘ oder ein Geschlecht grundsätzlich über einem/einer anderen steht“ („one race or sex is inherently superior to another race or sex“). Klingt auch gut, da dagegen zu sein. Die Krux ist aber, dass hier schon die Grundannahmen faktisch verdreht werden, nämlich so, dass das Sprechen über systemischen Rassismus oder Sexismus an sich bereits rassistisch oder sexistisch wäre. Wenn man also beispielsweise über rassistische Vorurteile spricht, die historisch geprägt und gesellschaftlich verankert sind – und sich nicht zuletzt an der Zahl ablesen lassen, in der Schwarze Personen signifikant öfter und von schwererer Polizeigewalt betroffen sind als weiße Personen –, dann ist man Trumps Verfügung zufolge rassistisch. Denn in jener verqueren Auffassung existieren keine strukturellen Ungleichgewichte und jene, die (wissenschaftlich mehr als hinlänglich untermauert) das Gegenteil behaupten, verhalten sich eben rassistisch. Und das ist nicht zuletzt „unpatriotisch“ (ein Begriff, der in den letzten Monaten von dem Kampfbegriff „unamerikanisch“ ersetzt wurde).
Patriotisch und „amerikanisch“ ist also vielmehr – in der Argumentation von Trumps Legislatur –, diese Gesetze dafür anzuwenden, wofür sie gedacht sind: Um das Denken in Gesellschaftssystemen zu unterbinden und strukturelle Kritik gar nicht erst zu ermöglichen.

Für das Bildungssystem und die Lehrenden von Kindergarten bis zur Hochschule war und ist diese schon seit Langem absehbare Entwicklung verheerend. Die Beispiele reichen von einem seit 2023 existierenden Sexualaufklärungsverbot in Florida für Kinder und Jugendliche bis zur achten Schulstufe (ausgenommen es wird über die Vorteile der Enthaltsamkeit „unterrichtet“) über die bereits genannten Bücherverbotevi (auch hier waren Florida und Texas seit 2021 Vorreiter einer Entwicklung, die mittlerweile die gesamten USA erfasst hat) bis nach Ohio, wo meine Kollegin schon letztes Jahr mit Blick auf kommende Gesetze meinte, dass sie nicht wisse, ob sie mit ihren Student:innen im nächsten Semester noch Ruth Klüger lesen könne, ohne um ihren Job fürchten zu müssen (geschweige denn, ihre Studierenden nach deren Pronomen zu fragen). Jene Kollegin erwägt mittlerweile ebenfalls, die USA zu verlassen.

Überlegungen zum Dagegenhalten

Aber was kann man dieser persönlichen Panik und allgemeinen Schockstarre, von der ich zu Beginn geschrieben habe, entgegensetzen?
Geht wirklich eine ganze Generation an Menschen in den USA gerade verloren (sei es auf der einen Seite an (post-)faschistische Ideologien, mit denen sie schon im Kindergarten indoktriniert werden, sei es auf der anderen Seite an Verzweiflung, Resignation und Emigration oder ganz unmittelbar durch die staatlich angeordnete Verschleppung in andere Länder)?
Wo überhaupt anfangen, angesichts der Unmenge an „shit“, mit dem die „zone“ ständig geflutet wird, die uns durch die täglichen Nachrichten aus den USA (zusätzlich zu allen anderen) überfordert und die so viele Menschen dazu bringt, gar keine Nachrichten mehr zu konsumieren?

Zuallererst: Ich weiß es auch nicht. Ich habe keine Fünf-Punkte-Strategien und, falls das noch nicht klar wurde, auch ich habe Angst und bin verunsichert. Was ich habe, sind Anhaltspunkte, Ideen, aufgegriffene und zusammengedachte Dinge, die ich bei anderen gelesen habe.

Ich bin der Überzeugung, dass es okay sein muss, nicht alles zu wissen und nicht alles zu verstehen. Solange man nicht dem Gegeneinander-Ausspielen auf den Leim geht. In all dem „shit“, mit dem wir geflutet werden, ist es okay, zum Beispiel öfter auf die Artikel über das Zollchaos zu klicken und darüber mehr zu wissen als über die Rechte von trans Personen in den USA. Es ist auch okay, mehr über die sukzessive Abschaffung der reproduktiven Selbstbestimmung zu wissen und sich öfter darüber zu informieren als über den Entzug von öffentlichen Geldern für Universitäten. Es wird Menschen geben, die sich mit den jeweils anderen Themen befassen, vielleicht jenen, bei denen einem selbst der Wissenserwerb schwerer fällt, und es gilt, einander dann zuzuhören ohne das „eigene“ Thema automatisch als das wichtigste zu sehen, denn sie finden ohnehin im selben System statt.
Es ist genauso okay, Nachrichtenpausen zu machen (Medienpsycholog:innen raten, ein bis zwei Mal am Tag konzentriert für eine gewisse Zeit Nachrichten zu konsumieren und nicht permanent, etwa durch Push-Benachrichtigungen.). Es ist okay, nicht auf alles zu reagieren, nicht jeden Artikel zu lesen und nicht zu jedem Thema sofort eine Meinung formulieren zu können.

Das darf bloß keine Basis für Spaltung sein. Kein Ausspielen von einem Thema gegen ein anderes (wenn etwa Arbeitslosigkeit als Fundament für Rassismus verwendet wird oder der Kampf um Abtreibungsrechte für transfeindliche Propaganda), sondern der gezielte Blick auf die Strukturen, die Diskriminierung hervorbringen, stützen und erhalten. Gewalt zu benennen ist zentral.

Sprache ist zentral und gibt Handlungsfähigkeit

Das glaube ich nicht nur, um meinen Beruf weiterhin sicher zu wissen. Gesellschaftlichen Veränderungen gehen fast immer Änderungen und Verschiebungen in der Sprache voraus. Nicht umsonst wurde schon zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit eine lange Liste mit künftig für Regierungstexte und öffentliche Fördergeber verbotener Wörter erstellt. Aber auch Wörter wie „Schutz“, „Diskriminierung“ oder „freie Meinungsäußerung“, um nur einige Beispiele zu nennen, werden neu besetzt und instrumentalisiert. Es gilt, genau hinzuhören und nicht auf die sprachlichen Verharmlosung hereinzufallen (sei es die Einordnung von Charlie Kirk als „rechtskonservativ“ und nicht rechtsextrem oder die Benennung eines Femizids als „Eifersuchtsdrama“).

Um dazu ein letztes Beispiel zu bemühen: Der bereits erwähnte Faschismusforscher Timothy Snyder hat im Mai dieses Jahres in einem Interview mit CBC News präzise aufgeschlüsselt, dass das, was mit migrantisierten Menschen in den USA passiert (das de facto Kidnappen von Menschen auf der Straße und das Verschleppen in andere Länder), keine Abschiebungen sind, sondern „acts of terror“.
Denn während dem einen (den Abschiebungen) zumindest ein Mindestmaß an juristischen und wenigstens in der Theorie anfechtbaren Vorgängen zu Grunde liegt, ist das andere (die Verschleppungen) eben staatlicher Terror. Diese Terrorakte als Abschiebungen zu bezeichnen, verwischt die Worte, verharmlost den Akt und trägt zur Normalisierung dieser verfassungswidrigen und nicht zuletzt menschenverachtenden Praxis bei.

Dinge als das zu benennen, was sie sind – so wie die USA als nunmehr (post-)faschistischen Staat – befreit aus der vagen Unsicherheit, aus dem unklaren begrifflichen Herumeiern, und macht ein Vorgehen gegen diesen (Post-)Faschismus, das so dringend nötig ist, möglich.

Und auch dieses Vorgehen passiert bereits. Denn meiner Angst wohnt ein ausschlaggebender Formulierungsfehler inne: Eine ganze Generation ist (beziehungsweise ganze Bevölkerungsgruppen sind) zwar bedroht, aber noch nicht verloren. Denn es gibt Widerstand. Seien es die gekündigten Mitarbeiter:innen des Center of Disease Control and Prevention, lokal agierende Antifa-Gruppen, die „50501“-Bewegung, die die No Kings-Proteste organisiert oder Nachbarschaften, die sich physisch den ICE-Agenten entgegen stellen um ihre Nachbar:innen vor dem Staatsterror der Verschleppung zu schützen.
Daran gilt es, sich anzuhalten und sich auch dadurch dieser lähmenden Doomsday-Schockstarre zu entziehen.

Und dieses Entziehen braucht es. Um Dinge zu durchschauen und zu benennen. Um selbst handlungsfähig und widerständig zu bleiben.
Denn (post-)faschistische Regime wie die Regierung Donald Trumps passieren nicht plötzlich, ohne Anzeichen und nicht unsichtbar, sie involvieren immer, um noch einmal Natasha Lennards Satz zum Widerstand zu zitieren, „das Tolerieren von faschistischen Akten und Methoden“.
Man muss nur hinsehen wollen. Am besten rechtzeitig. Und dagegenhalten.

i In diesem Text wird die Schreibweise der antirassistischen Sprache verwendet, in der Schwarz groß- und weiß klein und kursiv geschrieben wird. Hintergrund ist die Absicht, beides nicht als physische Merkmale zu bezeichnen, sondern als gesellschaftspolitische Machtposition und kritische Selbstbezeichnung.
ii
Traverso, Enzo, The New Faces of Fascism. Populism and the far right, Verso 2019.
iii
Lennard, Natasha, The F word. The possible convergence of the centre, the right and the far right, The Times Literary Supplement, No. 6068, 22. November 2019, S. 33.
iv DEI-Programme wurden als Mittel gegen strukturelle und historisch gewachsene Ungleichbehandlung, etwa aufgrund von sexistischen, rassistischen oder ableistischen Vorurteilen, ins Leben gerufen. Teil davon war bspw. eine Frauenquote oder die Bevorzugung von Schwarzen Personen für Führungspositionen (bei gleicher Qualifizierung). Gerne übersehen wird, dass DEI-Programme auch die Gleichstellung von Veteran:innen zum Thema hatten.
v Critical Race Theory (CRT) entstand in den 1970ern in den USA und verfolgt einen interdisziplinären Theorieansatz, der Rassismus als strukturelle Gesellschaftsnorm begreift und race („Rasse“) als sozial konstruiert und nicht als biologische Tatsache. Eine Gesellschaft, in der Rassismus historisch und strukturell (in Rechtssprechung, Institutionen etc.) verankert ist, kann demzufolge nicht als neutral verstanden werden, ebensowenig wie z. B. das Wissen, das in dieser Gesellschaft vorherrscht. Ein wichtiger Aspekt der CRT ist Intersektionalität. Dieser Begriff bezeichnet das Verständnis, dass Diskriminierungserfahrungen zusammengedacht werden müssen, bspw. die doppelte Diskriminierungserfahrung einer Schwarzen Frau (Rassismus und Sexismus). Beide Theorieansätze gehen maßgeblich auf die Arbeiten der Juristin und Aktivistin Kimberlé Crenshaw zurück.
vi Verbotene Bücher sind etwa The Handmaid´s Tale von Margaret Atwood, The Hill We Climb von Amanda Gorman oder das Bilderbuch Draw Me A Star von Eric Cale.


Für den Text ist die Verfasserin verantwortlich. Er gibt nicht notwendig die Meinung der Redaktion wieder.

Katherina Braschel lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Wien. 2020 erschien es fehlt viel in der Salzburger Edition Mosaik, im Frühjahr 2026 kommt ihr Romandebüt Heim holen im Residenz Verlag heraus. Darin widmet sie sich dem selektiven Erinnern und Verdrängen der Donauschwaben (auch sogenannte Volksdeutsche) nach dem Zweiten Weltkrieg, verbunden mit der Thematik der Demenz und weiblicher Pflege- und Fürsorgearbeit. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt 2024 den Franz-und-Eugenie-Kain-Literaturpreis und das Max Kade-Aufenthaltsstipendium in Bowling Green, Ohio, sowie ein Arbeitsstipendium des Landes Salzburg 2025. https://www.katherinabraschel.com/


Das Writer-in-Residence-Stipendium der Max Kade Foundation
Max Kade, ein 1904 von Deutschland nach Nordamerika ausgewanderter Pharmaunternehmer und Philantrop, gründete 1944 gemeinsam mit seiner Frau Annette die nach ihm benannte Max Kade Foundation, die sich dem kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen deutschsprachigen Ländern und den USA widmet. Die Stiftung mit Sitz in New York finanziert diverse Forschungszentren und -bibliotheken sowie Professuren, Austauschprogramme und Stipendien in den USA, Deutschland und Österreich. Eines davon ist das Writer-in-Residence-Stipendium an der Bowling Green State University im US-Bundesstaat Ohio, wo Katherina Braschel von Jänner bis April 2024 Kreatives Schreiben unterrichtet und öffentliche Lesungen abgehalten hat.

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