#Todesfall

Helena Adler (1983-2024)

Fr. 5.1.2024

Die österreichische Autorin Helena Adler, bekannt geworden mit den Romanen Fretten (Jung und Jung, 2022) und Die Infantin trägt den Scheitel links (Jung und Jung, 2020) ist in der Nacht von 4. auf 5. Jänner 2024 nach langer Erkrankung gestorben. Das bestätigte der Verlag Jung und Jung der APA am Freitagnachmittag. Adlers gesundheitlicher Zustand hatte bereits im Juli 2023 zur Absage ihrer avisierten Teilnahme am 47. Wettlesen um den Bachmann-Preis in Klagenfurt geführt.

Helena Adler wurde 1983 als Stephanie Helena Prähauser in Oberndorf bei Salzburg geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Sie studierte Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg. Sie trat zunächst als bildende Künstlerin hervor bevor sie literarische Texte publizierte und die Literatur-Werkstatt LiLoLa (Literatur-Lobby-Land) mitbegründete. Um nicht mit der ebenfalls als Autorin und Künstlerin tätigen Teresa Präauer verwechselt zu werden, nahm sie den Künstlernamen Helena Adler an. Ihr Debütroman Herz52 erschien 2018 im Arovell Verlag. Der viel beachtete zweite Roman Die Infantin trägt den Scheitel links stand 2020 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis, für den auch der dritte Roman Fretten 2022 nominiert war.

Die Infantin trägt den Scheitel links (2020) und Fretten (2022) werden bleiben, ja, mehr noch: Diese beiden Bücher werden uns noch in Jahrzehnten als jugendlich frisch erscheinen. Nicht umsonst ist hier eine Autorin am Werk, die das, was in Österreich von Hans Lebert bis Elfriede Jelinek und über Josef Winkler hinaus als negative Heimatliteratur gilt, mit zeitgenössischen Mitteln und dabei vollkommen unbefangen fortgeführt hat. […]
Es ist ein Drama, dass Helena Adler nicht mehr ist. Vierzigjährig wurde sie aus dem Leben gerissen und sah sich auch noch gezwungen, einen minderjährigen Sohn zurückzulassen. Unbändig war nicht nur ihre Literatur, auch ihre Lebensfreude. Bei einer Coronalesung im Netz trug sie einen Indianer-Kinder-Federschmuck. Als ob nichts auf dieser Welt ihr das Geringste anhaben könne“, schreibt der Literaturwissenschaftler und Kritiker Klaus Kastberger, der Adler zum Bachmann-Preis eingeladen hatte, in seinem am 7.1.2024 in Die Presse veröffentlichten Nachruf.

Informiert
bleiben

Sie können 3 Newsletter abonnieren:

  • Literaturhaus Wien News
  • Literaturhaus Wien Veranstaltungsprogramm
  • Österreichische Exilbibliothek News

Bitte schicken Sie uns eine entsprechende Nachricht mit dem Betreff „Newsletter bestellen“. Für Abbestellungen bitte im Betreff „Newsletter abbestellen“ schreiben.