Elfriede Jelinek wurde Ehrenbürgerin von Wien

Di. 12.9.2023

Elfriede Jelinek ist Ehrenbürgerin  von Wien. Am Dienstag, den 12.9.2023 übrreichte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin die Ehrenbürgernadel der Stadt Wien, das teilte der Pressedienst der Stadt Wien in einer Aussendung mit. Die Laudatio hielt die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

„Diese Auszeichnung ist die einzige, die ich seit dem Literaturnobelpreis annehme. Denn ich fühle mich verbunden mit der Tradition des Roten Wien. Man muss diese Stadt mit ihrer Multikulturalität und ihrer Integrationskraft hochhalten“, so Elfriede Jelinek.

In seinen Begrüßungsworten erinnerte Bürgermeister Ludwig an wichtige Wegmarken im künstlerischen Werdegang der Nobelpreisträgerin und würdigte ihre Zivilcourage, ihre zahlreichen Stellungnahmen gegen jede Art antidemokratischer Entwicklungen. Jelinek sei eine „Citoyenne“, eine Bürgern, „die im Geiste des Jahrtausendprojekts der Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am Gemeinwesen, der Civitas, teilnehmen und diese mitgestalten. Und dieser Definition entspricht Elfriede Jelinek so tausendprozentig, dass ich als Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien für die österreichische Literaturnobelpreisträgerin beantragt und der Wiener Gemeinderat sie beschlossen hat“, so Ludwig.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler betonte in ihrer Laudatio die politische Ebene im Werk der Autorin: „Schlagend führst Du vor, dass Auseinandersetzung mit und Kritik von Politik, Gesellschaft und Kultur zuallererst eine Auseinandersetzung mit Sprache und jenen Sprachregelungen, Floskeln, Beschwichtigungsformeln und Werbeslogans, die uns umgeben, sein muss.“
Kaup-Hasler betonte auch die tiefe Verbundenheit von Elfriede Jelinek mit Wien: „Es ist vor allem Deine wunderbare Beherrschung des Wiener Schmähs, dieses einzigartig bösartigen und zugleich selbstironischen Humors, mit dem Du dünkelhaftem Bürgertum ebenso begegnest wie dem Jugendwahn eines Jörg Haider oder der grassierenden Ausländerhetze. Hier steckst Du – unverkennbar Wienerin – in der Tradition und dem Sprachwitz eines Nestroy, der Wittgenstein‘schen Sprachphilosophie und der sprachlichen Virtuosität der Wiener Gruppe. Es ist uns eine Ehre, Dich in dieser Stadt zu wissen.“

https://presse.wien.gv.at/presse/2023/09/12/ehrung-elfriede-jelinek

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