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Doppelte Ehrung für Comic-Künstler Nicolas Mahler

Fr. 6.2.2026

Der österreichische Comic-Künstler Nicolas Mahler wird in diesem Jahr mit gleich 2 renommierten deutschen Comic-Preisen ausgezeichnet, mit dem Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung und mit dem e.o.plauen-Preis. Beide Preise werden im September 2026 verliehen.

Wilhelm-Busch-Preis
Der nach dem Erfinder von Max und Moritz, dem deutschen Zeichner und Dichter Wilhelm Busch (1832-1908) benannte und mit EUR 10.000 dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg (Niedersachsen / D), der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen. Bisherige Preisträger waren u. a. Robert Gernhardt, Vicco von Bülow (aka Loriot), Ralf König und Isabel Kreitz.
“Nicolas Mahlers Humor ist zeitlos. Er besticht durch absurden Witz und skurrile Figuren und wirkt länderübergreifend.[…] Sein Strich ist minimalistisch und die Physiognomie seine Figuren knapp umrissen, die Inhalte sind raffiniert und haben delikaten Witz”, so die Jury, der u. a. Eva Jandl-Jörg (Direktorin des Museum Wilhelm Busch – Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover) und Tillman Prüfer (stellv. Chefredakteur der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit) angehören. Mit Nicolas Mahler werde ein Künstler ausgezeichnet, “der mit seinem reduzierten Zeichenstil, seinem tiefschwarzen trockenen Humor und mit uneitlem Witz den Lauf der Welt begleitet. Dass er als erster österreichischer Wilhelm-Busch-Preisträger aus dem Kernland der Ironie kommt, ist auch eine Aufwertung des Preises selbst.”

e.o.plauen-Preis
Die mit EUR 6.000 dotierte Auszeichnung wird seit 1995 alle drei Jahre von der Stadt Plauen (Sachsen / D) im Gedenken an den Zeichner und Karikaturisten Erich Ohser (1903–1944) vergeben. Ohser, der politische Karikaturen für die SPD-Zeitschrift Vorwärts zeichnete und Bücher von Erich Kästner illustrierte, veröffentlichte ab 1934 unter dem Pseudonym e.a.plauen die damals sehr erfolgreiche Comic-Serie Vater und Sohn; als er denuziert und inhaftiert wurde, nahm er sich im Gefängnis das Leben. Unter den bisherigen Preisträger:innen sind F. K. Waechter, Paul Flora, Tomi Ungerer und zuletzt Isabel Kreitz.
Die Jury des e.o.plauen-Preises, der u. a. der Journalist Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und die Zeichnerin Anna Haifisch angehören, würdigt in ihrer Begründung Mahler als “Meister der kleinen Form mit größtem erzählerischen Anspruch” und Schöpfer von Literaturadaptionen wie der 2011 bei Suhrkamp erschienenen Comicversion von Thomas Bernhards Alte Meister.

Nicolas Mahler, geboren 1969, lebt und arbeitet als Comic-Zeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Magazinen wie Die Zeit, NZZ am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und in der Titanic. Für sein umfangreiches Werk wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet; u. a. erhielt er 2010 den Max und Moritz-Preis als »Bester deutschsprachiger Comic-Künstler«, 2015 den Preis der Literaturhäuser und 2019 den Sondermann-Preis. Mahler ist künstlerischer Leiter der schule für dichtung in Wien. www.mahlermuseum.com/

Im Literaturhaus Wien zeigte Mahler 2022 unter dem Titel „Ah! THOMAS BERNHARD. Den kenn ich. – Schreibt der jetzt für Sie?“ eine Auswahl seiner Literaturadaptionen von Artmann, Bernhard, Jelinek, Musil & Joyce.
Am 21. April 2026 wird er im Literaturhaus Wien sein jüngstes Buch- und Ausstellungsprojekt Ach die dumme Literatur! vorstellen, für das er die schönsten Klagen bekannter Autor:innen – in Briefen und Tagenbüchern – gesammelt und verzeichnet hat.

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