
Der deutsch-österreichische Autor Daniel Kehlmann und sein US-amerikanischer Übersetzer Ross Benjamin wurden für The Director (Simon & Schuster, 2025), die englische Übersetzung von Kehlmanns G. W. Papst-Roman Lichtspiel (Rowohlt, 2023) für die Shortlist des International Booker Prize nominiert.
Das teilte die Booker Prize Foundation am 31. März 2026 auf ihrer Homepage mit. Die mit 50.000 englischen Pfund (rund EUR 57.600) dotierte Auszeichnung wird zu gleichen Teilen zwischen Autor und Übersetzer geteilt – so wie auch die Shortlist-Prämie von 5.000 englischen Pfund. Das Gewinnerbuch 2026 wird am 19. Mai 2026, im Rahmen einer Zeremonie in der Tate Modern in London bekannt gegeben.
The Director, 2025 in englischer Übersetzung im britischen Verlag Quercus und im US-amerikanischen Verlag Simon & Schuster erschienen, ist besonders in den USA sehr erfolgreich. „Nothing short of brilliant“, urteilte etwa das Wall Street Journal, und der US-amerikanische Autor Jeffrey Eugenides nannte seinen Kollegen „one of the brightest, most pleasure-giving writers at work today“. Auch dass der beliebte Late Show Host und scharfe Donald-Trump-Kritiker Stephen Colbert den Roman in seinem Book Club besprach, verhalf dem Buch zusätzlich zu mehr Aufmerksamkeit.
International Booker Prize 2026
Die 6 Titel umfassende Shortlist wurde von einer Jury ausgewählt, der in diesem Jahr Natasha Brown (Autorin und Juryvorsitzende), Marcus du Sautoy (Autor, Professor für Mathematik und Wissenschaftskommunikation an der Universität Oxford), Sophie Hughes (Übersetzerin), Troy Onyango (Autor und Buchhändler) sowie Nilanjana S. Roy (Autorin und Kolumnistin) angehören. Die Long- bzw. Shortlist-Auswahl würdigt die besten Prosa-Werke, die ins Englische übersetzt und zwischen dem 1. Mai 2025 und dem 30. April 2026 im Vereinigten Königreich und/oder in Irland veröffentlicht wurden. Die Longlist mit 13 Büchern wurde am 24. Februar 2026 bekannt gegeben und von der Jury aus 128 von Verlagen eingereichten Büchern ausgewählt.
International Booker Prize
Der International Booker Prize wurde 2005 als Man Booker International Prize ins Leben gerufen. Ursprünglich handelte es sich um einen alle zwei Jahre verliehenen Preis für das Gesamtwerk eines Autors, und es gab keine Vorgabe, dass das Werk in einer anderen Sprache als Englisch verfasst sein musste. Nachdem die Regeln des ursprünglichen Booker-Preises 2015 dahingehend erweitert wurden, dass Autoren jeder Nationalität teilnehmen dürfen – sofern ihre Bücher in englischer Sprache verfasst und im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurden –, entwickelte sich der Internationale Preis zum Spiegelbild des englischsprachigen Preises (Booker Prize) und wird seither jedes Jahr für ein einzelnes Buch verliehen, das in einer anderen Sprache verfasst und ins Englische übersetzt wurde.
Der International Booker Prize soll dazu beitragen, “dass mehr hochwertige Belletristik aus aller Welt gelesen wird”, und hat, so die Booker Prize Foundation, bereits Auswirkungen auf die entsprechenden Statistiken im Vereinigten Königreich gezeigt. Zugleich ist der Preis auch eine wichtige Anerkennung der Arbeit der literarischen Übersetzer:innen, denn das Preisgeld und die Shortlist-Prämie wird zu gleichen Teilen zwischen Autor:in und Übersetzer:in aufgeteilt.
Bislang waren nur 3 österreichische bzw. in Österreich lebende Autoren für den International Booker Prize nominiert: Christoph Ransmayr (Longlist: The Flying Mountain, 2018), Robert Seethaler (Shortlist: A Whole Life, 2016), Fiston Mwanza Mujila (Longlist: Tram 83, 2016). 2025 wurde die indische Autorin Banu Mushtaq für ihre von Deepa Bhasthi ins englische übertragene Kurzgeschichtensammlung Heart Lamp ausgzeichnet.
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