#Todesfall
#Nachricht

Alfred J. Noll
(1960–2026)

Di. 17.3.2026

Der österreichische Jurist, Rechtsanwalt und Publizist Alfred J. Noll ist am Montag im Alter von 66 Jahren verstorben.

Alfred J. Noll (*1960 in Salzburg) studierte Rechtswissenschaften in Salzburg und Wien und Soziologie in Wien. 1992 begann er seine Tätigkeit als Rechtsanwalt in Wien mit dem Schwerpunkt Medien- und Urheberrecht, ab 1998 lehrte er Öffentliches Recht an der Universität für Bodenkultur, Wien. Er war Mitglied im Ausschuss der Wiener Rechtsanwaltskammer sowie Gründer und Mitherausgeber des Journals für Rechtspolitik. Von November 2017 bis Oktober 2019 war er
Nationalratsabgeordneter der Liste JETZT (davor: Liste Pilz).
Neben seiner juristischen und politischen Tätigkeit war er Autor – er schrieb vor allem Sachbücher, aber auch einen Roman (Kannitz) –, Übersetzer und Herausgeber (u. a. Michael Scharang). Als Gastgeber moderierte er im Radiosender Ö1 die Reihe Die Kunst der Demokratie im Radiokulturhaus in Wien, wo er Autor:innen wie Vea Kaiser, Doris Knecht, Robert Menasse, Peter Rosei, Marlene Streeruwitz, Ilija Trojanow und Josef Winkler zum Gespräch einlud. Für seine umfassende und kritische publizistische Tätigkeit wurde er 2016 mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik ausgezeichnet.

“In Wahrheit war Alfred J. Noll der Staatsanwalt schlechthin: Er war der Anwalt des Guten, des Sozialstaats, der zu Unrecht Verfolgten. Wenn man Noll brauchte, war Noll da. […] Sein Niveau hielten wenige; das Ausmaß seiner intellektuellen Konsumation war gargantuesk, kaum hatte man ein Buch geschrieben, hatte Noll es gelesen und klug kommentiert. Selbst schrieb er mindestens 50 Bücher, gab Werke seine Hausgottes Thomas Hobbes heraus, plus eine achtbändige Hobbes-Enzyklopädie, setzte (!) vieles davon auch selbst („so gibt’s weniger Fehler“), übersetzte aus mehreren Sprachen […] Zum Verlust dieses Geistes kommt der Verlust des Menschen, lebensfreudig, zugewandt, hilfsbereit, Verlage und Publikationen diskret unterstützend, immer da, wenn wer was brauchte”, würdigt Armin Thurnher, Publizist und Herausgeber der Wiener Wochenzeitschrift FALTER, seinen Freund Alfred J. Noll in einem Nachruf.

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