
Am Dienstagabend ist die 77. Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Ehrengast sind in diesem Jahr die Philippinen. Die Reden zur Eröffnung wurden von der Sorge um die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Demokratie und Gesellschaft bestimmt.
“Amerikanische und chinesische Tech-Giganten trainieren ihre KI-Systeme mit Milliarden von Werken, ohne die Einwilligung der Urheber einzuholen, geschweige denn, sie dafür zu bezahlen” warnte der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in seiner Rede vor den Bedrohungen des Literaturbetriebs durch die großen Tech-Konzerne. Ganze Kulturen würden abgeschöpft, so Weimer. “Das ist digitaler Kolonialismus. Wir sollten das nicht hinnehmen.” Man werde Steuern, das Kartellrecht und Urheberschutzrechte aktivieren müssen, um sich gegen den “Raubzug der Tech-Giganten” zu wehren.
Mehr als 1.000 Autor:innen und über 4.000 Aussteller:innen aus 95 Ländern werden auf der Frankfurter Buchmesse 2025 erwartet. Auf dem Programm stehen rund 630 Veranstaltungen auf 15 Bühnen. 40 österreichische Verlage sind mit einem eigenen Stand vertreten, 22 werden am österreichischen Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels und rund 100 am Stand der IG Autorinnen Autoren präsentiert.
Die Messe ist ab Freitag auch für das Lesepublikum geöffnet und endet am Sonntag mit der Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den deutschen Historiker Karl Schlögel. Zu den Neuerungen der heurigen Frankfurter Buchmesse gehört die Centre Stage in Halle 4.1, auf der – in Kooperation u. a. mit Amnesty International, der UN, der Bildungsstätte Anne Frank, der unabhängigen Rechercheplattform CORRECTIV und PEN International – über 50 Veranstaltungen zu gesellschafts- und kulturpolitischen Themen geplant sind und wo etwa die philippinische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin von 2021 Maria Ressa, der frühere NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die Kulturwissenschaftlerin und Rapperin Dr. Reyhan Şahin (Lady Bitch Ray) erwartet werden.
Bereits am Montag Abend wurde der mit EUR 25.000 dotierte Deutsche Buchpreis 2025 verliehen, der an die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger für ihren Roman Die Holländerinnen (Hanser, 2025) ging. In diesem Jahr waren Marko Dinić (Buch der Gesichter, Zsolnay), Nava Ebrahimi (Und Federn überall, Luchterhand), Michael Köhlmeier (Die Verdorbenen, Hanser) und Fiona Sironic (Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft, Ecco) für die Longlist nominiert, von denen nur Fiona Sironic’ Roman auf die Shortlist kam.
Sie können 3 Newsletter abonnieren:
Bitte schicken Sie uns eine entsprechende Nachricht mit dem Betreff „Newsletter bestellen“. Für Abbestellungen bitte im Betreff „Newsletter abbestellen“ schreiben.