Di, 18.11.2025, 19.00
#PERFORMANCE

Michèle Métail und Christian Steinbacher
Porträts aus Sprache

¡Textperformance!

Performance: Michèle Métail und Christian Steinbacher

 

Es ist nicht der erste gemeinsame Auftritt von Michèle Métail und Christian Steinbacher, aber der erste in Österreich. Zentral steht der 2020 in der Edition Korrespondenzen erschienene Band Phantome Phantome, in dem sich Métails aus vorgefertigtem Sprachmaterial gebildete „Portraits-robots“ (eine Bezeichnung für Fahndungsbilder, wie sie in der Kriminalistik verwendet werden) und die auf ihnen fußenden „Aneignungen“ von Steinbacher gegenüberstehen. Diese „Porträts aus Sprache“ werden in dem Auftritt durch weitere Texte ergänzt, und darunter (neben wenigen Texten von Steinbacher, die Métail ins Französische übertragen hat) auch Arbeiten aus Métails jüngst in Frankreich erschienenem Buch les 500 inconnues de l’ère Heisei, worin sie den 500 Jüngern Buddhas 500 Silhouetten von unbekannten Frauen, die ihr in Japan 2016 begegnet sind, entgegenhält. Die Figuren bestehen jeweils aus der präzisen Beschreibung des unmittelbar begegnenden Bilds und ergeben ein Archiv einer Epoche. Steinbacher hat für den Auftritt sowohl Übertragungen einiger dieser Silhouetten als auch (lautlich agierende) Überschreibungen der ebenso diesem Projekt zugehörigen Farbwortfolge „Nuancier“ angefertigt. Für Métail erfahren viele ihrer Arbeiten erst als gesprochene ihre Fertigstellung, aber auch Steinbacher gibt in seinen Darbietungen dem Vortrag ein Gewicht.

Michèle Métail, geboren 1950 in Paris, lebt in Lasalle in Südfrankreich. Auf Deutsch liegen einige Bücher in der Edition Korrespondenzen vor, darunter auch der Band Phantome Phantome (2020). 2022 erschien bei Wallstein ihre Berliner Rede zur Poesie. Bis 1998 war sie lange Zeit Mitglied der Gruppe Oulipo. Bis zu seinem Tod im Vorjahr arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Komponisten Louis Roquin an der Begegnung verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen. Métail arbeitet auch visuell, und es entstehen unter anderem sogenannte „Gigantextes“.

Christian Steinbacher, geboren 1960 in Oberösterreich, lebt seit 1984 in Linz. Als Autor begann er in den 1980er-Jahren im Umfeld konzeptioneller Poesie und schreibt heute vor allem Gedichte und poetische Prosa, die er auch in Performances umsetzt. Buchpublikationen seit 1988, seit 2011 zumeist im Czernin Verlag, zuletzt aktuell: Hoch die Ärmel. Gedichte und Schritte. Er verfertigt auch sogenannte Umschriften musikalischer und anderer Vorlagen (so 2024 zu Trios von Anton Bruckner in Tanz der Rollvenen bei Zeuys Books).

Informiert
bleiben

Sie können 3 Newsletter abonnieren:

  • Literaturhaus Wien News
  • Literaturhaus Wien Veranstaltungsprogramm
  • Österreichische Exilbibliothek News

Bitte schicken Sie uns eine entsprechende Nachricht mit dem Betreff „Newsletter bestellen“. Für Abbestellungen bitte im Betreff „Newsletter abbestellen“ schreiben.