Lesung und Gespräch: Lenea Gorelik
Moderation und Gespräch: Sophie Weilandt
Was bedeutet es, Mutter zu sein? Und was bedeutet es, Tochter zu sein und über die eigene Mutter nachzudenken, und vielleicht auch über deren Mutter? Diesen und ähnlichen Fragen spürt Lena Gorelik in ihrem neuen Roman Alle meine Mütter nach, für den sie den Preis der Literaturhäuser 2026 erhalten hat. Alle meine Mütter erzählt von einer besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und auch davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen. Wie wir manchmal scheitern, zweifeln, stolpern. Welche Ängste uns begleiten. Was uns bindet und prägt, was uns abhält. Was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können. „Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen“, schreibt Lena Gorelik, „sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden. Tragen sie darin für immer mit uns.“ Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Roman Hochzeit in Jerusalem (2007) war für den Deutschen Buchpreis nominiert, Mehr Schwarz als Lila (2017) für den deutschen Jugendliteraturpreis. 2021 erschien ihr Roman Wer wir sind und wurde begeistert besprochen. Regelmäßig schreibt Lena Gorelik Essays zu gesellschaftlichen Themen, u. a. für die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit. Über Alle meine Mütter kommt sie mit der Kulturjournalistin Sophie Weilandt ins Gespräch.
