Heute gilt der während des Nationalsozialismus nach Brasilien geflohene Künstler Axl Leskoschek (Graz 1889 – Wien 1976) als eine Schlüsselfigur der österreichischen Moderne und als einer der prägendsten Künstler, die den Dialog zwischen österreichischer und brasilianischer Kultur im 20. Jahrhundert mitgestalteten. Anlässlich seines 50. Todestages gibt der Historiker und Verleger Heimo Halbrainer die bislang unpublizierten Bilderbücher Die Orange Amarante und Der verirrte Donnerhund im Clio Verlag heraus. Frühe Fassungen der Märchen finden sich im Teilnachlass Axl Leskoschek, der 2025 als Schenkung des Sammlers Herbert Weingand und von Erich Fitzbauer, Rechtsnachfolger Leskoscheks, an die Österreichische Exilbibliothek kam.
Heimo Halbrainer hält einen bebilderten Vortrag zu Leben und Werk Axl Leskoscheks.Veronika Zwerger, Leiterin der Österreichischen Exilbibliothek, gibt Einblicke in die Sammlung Leskoschek, darunter Briefe, Holz-Druckstöcke, Bücher, Drucke, Plakatentwürfe, Ex Libris u. v. m. Die Schauspielerin Michou Friesz liest das Märchen Die Orange Amarante.
Axl Leskoschek, 1889 als Albert von Leskoschek geboren, war schwer verwundet aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt und beschloss, seine „alte“ Welt hinter sich zu lassen. Aus dem Juristen Albert wurde der Künstler Axl, der 1919 bzw. 1923 zu den Mitbegründern der Künstlervereinigung Freiland bzw. der Sezession Graz gehörte. Der in Wien zum Grafiker ausgebildete Leskoschek illustrierte in den 1920er Jahren zahlreiche Romane und Kinderbücher. Er betätigte sich in der Zwischenkriegszeit aber auch politisch in der Sozialdemokratischen bzw. Kommunistischen Partei, was ihm nach der Ausschaltung der Demokratie 1934 Zuchthaus und Anhaltelager einbrachte. Nach der Machtübernahme der Nazis floh er zunächst in die Schweiz und später weiter nach Brasilien, wo er für seine Illustrationen berühmt wurde und eine Professur erhielt. 1948 kehrte er nach Österreich zurück und war wie schon vor 1938 als Illustrator und Kulturredakteur tätig.
Eine Veranstaltung der Österreichischen Exilbibliothek in Kooperation mit dem CLIO Verlag
