
Teresa Präauer wird Mainzer Stadtschreiberin des Jahres 2027. Der von den deutschen Fernsehsendern ZDF und 3sat sowie der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz Mainz gestiftete und mit EUR 12.500 dotierte Preis beinhaltet neben dem Wohnrecht in der Stadtschreiberwohnung auch das Angebot, gemeinsam mit dem ZDF und 3sat einen Film nach freier Themenwahl zu produzieren. Wie das ZDF auf seiner Homepage mitteilt, ist die Verleihung des Preises für April 2027 geplant.
Jurybegründung & Jury
„Teresa Präauer bereichert die deutschsprachige Literatur mit stilistischer Souveränität und einem unverwechselbaren Ton“, heißt es in der Jurybegründung. „Mit hellwachem Blick auf unsere Gegenwart erzählt sie genau und bilderreich in vielfältigen Genres für ein großes Publikum. Der Beschleunigung unserer Zeit setzt sie die Kunst der Aufmerksamkeit entgegen und lässt uns Erwartungen und Projektionen erkennen, durch die wir die Welt wahrnehmen. Große Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Erinnerung entfaltet diese originelle Erzählerin der jüngeren Generation mit ebenso viel Leichtigkeit und Humor wie Tiefenschärfe. Immer wieder überrascht ihr Werk durch unerwartete Perspektiven – so auch ihr aktueller Essay Nie mehr weinen.“
Der Jury gehörten in diesem Jahr unter dem Vorsitz von ZDF-Kulturredakteurin Susanne Becker die Schriftsteller:innen Dörte Hansen, Julia Schoch, Peter Stamm, Feridun Zaimoglu und der aktuelle Stadtschreiber Sven Regener sowie Nadine Bilke (ZDF-Programmdirektorin), Anne Reidt (ZDF-Kulturchefin), Natalie Müller-Elmau (3sat-Senderchefin), Anja Fix (Kulturzeit-Chefin, 3sat) und Ata Delbasteh (Mainzer Kulturdezernent) an.
Preisträgerin
Teresa Präauer (*1979 in Linz) studierte in Salzburg, Berlin und Wien Germanistik und Malerei und lebt in Wien. Für ihren Romandebüt Für den Herrscher aus Übersee (Wallstein) erhielt sie 2012 den ZDF-aspekte-Literaturpreis. Weitere Auszeichnungen folgten, darunter 2017 der Erich-Fried-Preis für Johnny und Jean (Wallstein, 2014), 2024 der Bremer Literaturpreis für das Buch Kochen im falschen Jahrhundert (Wallstein, 2023), 2025 der Preis der Stadt Wien für Literatur sowie Nominierungen für den Bachmannpreis, den Deutschen, Bayerischen und Österreichischen Buchpreis.
Teresa Präauer hatte die Mainzer Poetikdozentur 2017 inne, ebenso Gastprofessuren an der FU Berlin, der Universität Zürich und an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Ihr vielfältiges Werk umfasst Romane, Essays, sprachphilosophische Kolumnen und Theaterstücke. Ihr neuer Roman Eine Liebe, zehn Tage wird im Frühjahr 2027 bei S. Fischer erscheinen. Am 3. Dezember 2026 kommt ihr Stück Guten Abend, Herr Morgan! an den Kammerspielen in Wien zur Uraufführung.
Der Preis
Der Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis wurde 1984 von den Fernsehsendern ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen), 3sat und der Stadt Mainz gestiftet und seit 1985 jährlich vergeben. Neben einer Dotierung von (mittlerweile) EUR 12.500 Euro erhält der/die Preisträger:in das Wohnrecht im Stadtschreiberdomizil im Gutenberg-Museum in Mainz für ein Jahr sowie die Möglichkeit, eine Dokumentation nach einem Thema freier Wahl zu drehen. Hauptzweck der Auszeichnung ist es, Schriftsteller:innen „zu ehren, welche die deutschsprachige Literatur mit ihren Werken beeinflussen oder prägen und die sich darüber hinaus um das Zusammenwirken von Literatur und Fernsehen bemühen“.
Zuletzt ging der Preis an Sven Regener (2026), Annett Gröschner (2025), Julia Schoch (2024), Alois Hotschnig (2023), Dörte Hansen (2022), Eugen Ruge (2020/2021), Eva Menasse (2019), Anna Katharina Hahn (2018) und Abbas Khider (2017).
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