Fr, 13.11.2026, 16.00

Schwerpunkt Erich Fried
Friendly Fire & Leben und Schreiben im Exil im 21. Jahrhundert

¡Festival-Preview, Screening!

16.00 Uhr Filmvorführung

Friendly Fire
Dokumentarfilm, AT/DE 2025, 112 Min., OmdU
Regie: Klaus Fried, Julia Albrecht

In Anwesenheit von Klaus Fried.

Erich Fried (1921–1988) schrieb berühmte Liebesgedichte, das Zentrum seiner Biografie aber war der politische Diskurs: Er beschäftigte sich mit dem Holocaust, linkem Protest, Pazifismus, dem Nahostkonflikt und dem Kalten Krieg. Für seine Kinder blieb wenig Zeit, sagt sein Sohn Klaus Fried. In seiner dokumentarischen Collage über den ihm fremden Vater verbinden sich persönliche Gefühle, Gespräche mit Familienmitgliedern, Fried-Expert:innen und Weggefährt:innen, eine Fülle von Archivmaterial und Erich Frieds Gedichte.

 

19.00 Gespräch

Andreas Unterweger (Autor und Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte) im Gespräch mit Nina Frieß (Zentrum für Osteuropa und internationale Studien, Berlin), Olga Grjasnowa (Autorin und Professorin am Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst Wien) und Olga Martynova (Lyrikerin, Essayistin, Übersetzerin).

Im April 2027 findet das Internationale Poesiefestival Erich Fried im Literaturhaus Wien zum Thema Luftwurzel. Atmen und Schreiben im Exil statt. Im Rahmen einer Diskussion wird im Vorfeld der Versuch unternommen, den Exilbegriff aufzufächern. In der zeitgenössischen Literatur sind Herkunft und Identität zu zentralen Themen geworden. Insbesondere durch die Krisen und Kriege der Gegenwart arbeiten und leben vermehrt Autor:innen im Exil. Das Exil muss aber nicht immer eine politische Notwendigkeit sein, auch die Freiheit der Wahl des Lebensmittelpunkts kann eine exilähnliche Situation erzeugen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion sollen Erfahrungen und Diskurse zum Thema Herkunft und Exil zur Sprache kommen, aber auch über die Rollen von Exilautor:innen und im Exil entstandene Literatur diskutiert werden. Welchen Anteil haben Exilautor:innen im politischen Leben der Herkunfts- und Exilländer? Welche Erwartungen gibt es in den Exilländern an Autor:innen? Kann ein Werk im Exil fortgeführt werden, oder wird dieses zwangsläufig unterbrochen? Und wie gehen Autor:innen im Exil mit dem sprachlichen Gap um?

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