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Michael Donhauser erhält H.C. Artmann-Preis 2026

Fr. 12.6.2026

Der H. C.-Artmann-Preis 2026 geht an den in Vaduz geborenen und seit rund 50 Jahren in Wien lebenden österreichischen Autor Michael Donhauser. Wie die Stadt Wien am 12. Juni, dem Geburtstag von H.C. Artmann mitteilte, wird der mit EUR 10.000 dotierte Lyrikpreis der Stadt Wien am 15. September 2026 von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler verliehen.

Jurybegründung

„Michael Donhauser hat sein schriftstellerisches Werk auf ein lyrisches Dichten ausgerichtet. Seit seinem Debüt Der Holunder, das 1986 erschien, hat er mit beeindruckender und zugleich kontinuierlicher Schreibarbeit ein umfangreiches Oeuvre von herausragender literarischer Bedeutung vorgelegt”, begründeten die Juror:innen Andreas Brandtner (Direktor der Universitätsbibliothek Wien), Jürgen Thaler (Leiter des Franz-Michael-Felder-Archivs) und Annemarie Türk (freie Consulterin, Kuratorin, Lektorin) ihre Entscheidung.
Im Zentrum von Donhausers Werk stehe das „nachhaltige Interesse an der poetischen Form und Sprache. Mit den Mitteln der Literatur, aber auch mit dem Blick auf ihre Geschichte gelten seine Anstrengungen immerzu dem Ziel, sinnlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen Gestalt zu geben. Kaum ein Dichter zeigt uns besser, wie man heute über Landschaft, Natur und Dinge schreiben kann, kein anderer hat aber auch ein so explizites Verfahren der Lektüre entwickelt wie er. Sein Werk vereint auf eine singuläre Weise lyrische Energien wie Rausch, Rhythmus und Melodie, die uns immer wieder jenes spezifische Potential der Sprache vor Augen führen, das uns viel zu oft abhandenkommt. Die Literatur von Michael Donhauser durchbricht so sinnhaft Gewohntes, um uns auf sinnlich Neues vorzubereiten.“

Preisträger

Michael Donhauser wurde 1956 als österreichischer Staatsbürger in Vaduz geboren und lebt seit Mitte der 1970er Jahre in Wien als freischaffender Autor und Übersetzer aus dem Französischen. Sein Schaffen umfasst Lyrik, lyrische Prosa und Essays. Zuletzt erschien der Band Unter dem Nussbaum (Matthes & Seitz, 2025), der Lyrik und Prosa aus beinahe vier Jahrzehnten vereint und 2025 für den Österreichischen Buchpreis nominiert war. Sein Werk wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Christine-Lavant-Lyrikpreis (1995), Mondseer Lyrikpreis (2001), Ernst-Jandl-Preis (2005), Georg-Trakl-Preis für Lyrik (2009) und dem Heimrad-Bäcker-Preis (2019).

Preis

Der H. C.-Artmann-Preis wurde in Erinnerung an den Wiener Dichter H. C. Artmann (1921–2000) ins Leben gerufen und ist die höchst dotierte Ehrung der Stadt Wien im Bereich der Lyrik. Die Auszeichnung wird seit 2004 alle 2 Jahre an Autor:innen vergeben, die herausragende Werke im Bereich der Lyrik verfasst haben und die ihren Wohnsitz in Wien haben oder deren Werke einen Wienbezug bzw. eine Verbindung mit dem Werk H. C. Artmanns aufweisen. Unter den bisherigen Preisträger:innen sind u. a. Peter Waterhouse (2004), Oswald Egger (2008), Erwin Einzinger (2010), Elfriede Czurda (2014), Anselm Glück (2016) und zuletzt Margret Kreidl (2024).

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