
Am 10. Mai 2026 jährt sich der Geburtstag des slowenischen Autors Ivan Cankar (geboren 1876 in Vrhnika im Herzogtum Krain im damaligen Österreich-Ungarn, gestorben 1918 im slowenischen Ljubljana) zum 150. Mal.
In Wien verbrachte Cankar zwischen 1896 und 1909 insgesamt mehr als 11 Jahre, und in Wien schrieb er auch einen Großteil seines umfangreichen literarischen Werks.
Von 4. bis 7. Mai 2026 widmen sich die Cankar-Tage in Wien in Veranstaltungen und einem Symposium dem Leben und dem Werk des slowenischen Autors, der einem breiteren deutschsprachigen Publikum erst in den 1990er Jahren durch eine Reihe von Übersetzungen auch als Chronist und Beschreiber der Wiener Vororte bekannt wurde.
Am Eröffnungsabend steht eine szenische Lesung mit Musik – Textfassung: Cankar-Übersetzer Erwin Köstler, Marija Moßburger / Musik: Arnold Schönberg, Marij Kogoj, Marija Moßburger / Ausführende: Erwin Köstler (Leser), Marija Moßburger (Klavier) – des Romans Das Haus der Barmherzigkeit auf dem Programm. Mit dem 1904 veröffentlichten Text setzte Ivan Cankar einer damals in Wien-Währing beheimateten gemeinnützigen Einrichtung zur Betreuung von „Unheilbaren, Armen und Kranken“ ein Denkmal und erzählte von Kindern, die in der titelgebenden Einrichtung nicht nur Pflege und Fürsorge erfuhren, sondern vor allem auch Zuflucht vor den herrschenden grausamen Lebensverhältnissen fanden.
Am 5. Mai lädt die Stadtführerin Tina Lackner unter dem Motto „Dann nahm mich Wien in seine Arme …“ zu einem Stadtspaziergang an Orte, die Ivan Cankar inspirierten und als Künstler prägten.
“Kritik des Lebens als Inhalt und Zweck der Kunst“ lautet der Titel des internationalen Symposiums, das (teilweise in slowenischer, teilweise in deutscher Sprache) am 6. Mai an der Universität Wien stattfindet.
Zum Abschluss wird am 7. Mai im Wiener Top-Kino die Spieldokumentation Cankar (2018, Regie und Drehbuch: Amir Muratović) gezeigt.
Eine Reihe von Neuübersetzungen von Cankar-Texten aus dem Slowenischen ins Deutsche sind im Klagenfurter Heyn Verlag erhältlich – darunter Das Haus der Barmherzigkeit, Frau Judit und Aus der Vorstadt.
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