
Unter den 23 Premieren, die das Burgtheater in Wien in seiner nächsten Spielzeit 2026/27 bringt, sind 7 österreichischen Autor:innen gewidmet.
Neben Stücken von Elfriede Jelinek und Arad Dabiri stehen 5 Dramatisierungen österreichischer Romane – u. a. von Heimito von Doderer, Ilse Aichinger und Toxische Pommes – auf dem Spielplan, den Burg-Direktor Stefan Bachmann und Chefdramaturg Thomas Jonigk am Montag in Wien präsentierten.
Den Auftakt macht am 4. 9.2026 im Burgtheater Elfriede Jelineks neues Stück Unter Tieren (Regie: Nicolas Stemann), eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, wo am 16.8.2026 die Uraufführung stattfindet. Im Haupthaus sind noch 2 weitere Dramatisierungen von großen österreichischen Romanen geplant: Die Musicbanda Franui nimmt sich ― nach Thomas Bernhards Holzfällen mit Nicholas Ofczarek ― Hotel Savoy von Joseph Roth (1894-1939) vor und verknüpft Hits der Operettenmusik aus der Zeit zwischen 1900 und 1935 mit Ausschnitten aus dem 1924 in der Frankfurter Zeitung erstabgedruckten Roman (Premiere: 7.11.2026).
Heimito von Doderers (1896-1966) monumentales Prosawerk Die Strudlhofstiege (1951) wurde in der Vergangenheit mehrfach für die Bühne adaptiert. Jetzt soll Frank Castorf, langjähriger Leiter der Berliner Volksbühne und erfahren in der Umsetzung von Literaturklassikern, Doderers Jahrhundertroman in einer – wie es in der Spielplan-Aussendung heißt – „verlässlich ausufernden Theaterfassung auf die Burgtheater-Bühne“ bringen (Premiere: 13.5.2027).
Im Akademietheater steht Die größere Hoffnung, Ilse Aichingers (1921-2016) einziger, 1948 in Amsterdam im Bermann-Fischer-Verlag publizierter Roman in der Regie der Schwedin Therese Willstedt auf dem Spielplan (Premiere: 22.10.2026). Der deutsche Regisseur Jan Bosse, er hat in der Vergangenheit schon Romane von Christian Kracht und Thomas Melle inszeniert, widmet sich Ungeduld des Herzens, dem 1939 veröffentlichten, einzigen beendeten Roman von Stefan Zweig (1881-1942) (Premiere: 18.12.2026).
Im Kasino am Schwarzenbergplatz wird Puls!, ein Auftragsstück von Arad Dabiri in der Regie der deutschen Regisseurin und Theaterpädagogin Saliha Shagasi (Premiere: 2.10.2026) zu sehen sein.
Sara Ostertag, 2018 mit dem Wiener Theaterpreis in der Kategorie Beste Off-Produktion ausgezeichnete österreichische Theatermacherin, hat bereits einige und auch sehr unterschiedliche Prosatexte für die Bühne adaptiert (u. a. Judith Schalanskys Atlas der abgelegenen Inseln, Raphaela Edelbauers Das flüssige Land oder Dunkelblum von Eva Menasse). Sie wird Ein schönes Ausländerkind von Toxische Pommes in Szene setzen (Premiere: 19.3.2027).
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