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WORTMELDUNGEN-Preis 2026 für Ivna Žic

Mi. 11.3.2026

Der WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis 2026, mit EUR 35.000 einer der höchst dotierten Literaturpreise im deutschen Sprachraum, geht an Ivna Žic. Wie die Crespo Foundation am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte, wird die in Zürich und Wien lebende Autorin und Regisseurin für ihren Essay Die Unversehrten ausgezeichnet.
Die anderen 4 Shortlist-Autor:innen – Marcel Beyer (D), Petra Nagenkögel (Ö), Lara Rüter (D) und Boris Schumatsky (D) – erhalten jeweils EUR 3.500. Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2026 in Frankfurt am Main statt.

In ihrem Text Die Unversehrten, der im Juni 2026 als Buch in der Reihe WORTMELDUNGEN des Verbrecher Verlags erscheinen wird, setzt sich Ivna Žic literarisch mit Long Covid auseinander. Vor dem Hintergrund dieser existenziellen Erfahrung reflektiert sie über Themen wie Migration, Kapitalismus und neoliberale Gesundheitspolitik – und über das Schreiben als sorgende Praxis, die eine Verbindung zur Welt aufrechterhält.

Jurybegründung
„Nie zu wissen, wann der Körper überfordert sein wird, ist eine existentielle Frage, die sich nicht allein aus dem Jetzt der Krankheit beantworten lässt, und schon gar nicht aus der Fiktion eines Normalzustands heraus. Klug und feinfühlig verknüpft die Autorin anhand des eigenen biographischen Materials Konzepte bürgerlicher Erfahrungserwartung angesichts eines Auslandsschuljahres und einer Reise in die USA mit ihrer nicht einzulösenden Realität in prekären Lebenssituationen, der fehlenden Gesundheitsversorgung für alle, mit der Frage nach Migration aus Kriegsgründen. […] Es ist hier buchstäblich die Erfahrung von Krankheit, die den Text produziert, erstaunlich unsentimental und unselbstmitleidig, nüchtern und musikalisch zugleich. Ein Text, der Wagnis mit Offenheit verbindet, Dringlichkeit mit hoher Literarizität. Kein Satz ist zufällig, und doch bleibt der Text unglaublich beweglich”, so die Begründung der Jury, der in diesem Jahr Alice Hasters (Autorin und Podcasterin), Bernadette La Hengst (Musikerin), Kathrin Röggla (Autorin), Christoph Steier (Literaturwissenschaftler), Gerhild Steinbuch (Theaterautorin und Dramaturgin), Felix Trautmann (Philosoph und Soziologe) und Beate Tröger (Literaturkritikerin ) angehören.

Preisträgerin
Ivna Žic (*1986 in Zagreb) lebt als freie Schriftstellerin und Theaterregisseurin in Wien und Zürich. Sie schreibt Prosa, Essays, Texte für das Theater und übersetzt aus dem Englischen und Kroatischen. Ihr Debütroman Die Nachkommende  (Matthes & Seitz, 2019) war für den Schweizer und den Österreichischen Buchpreis nominiert und wurde mit dem Anna-Seghers-Preis 2020 und dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 2022 ausgezeichnet. Der Essayband Wahrscheinliche Herkünfte (Matthes & Seitz, 2023) wurde 2024 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Ihre Theaterarbeiten sind im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen.

Preis
Mit dem WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis werden seit 2018 jährlich literarische, auf Deutsch verfasste Texte ausgezeichnet, “die sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen und Diskursen der Gegenwart auseinandersetzen”. Die einreichenden Autor:innen müssen bereits bei einem „anerkannten Verlag im deutschsprachigen Raum“ literarisch debütiert haben. Unter den bisherigen Preisträger:innen waren u. a. die österreichischen Autor:innen Petra Piuk (2018), Thomas Stangl (2019) und Kathrin Röggla (2020), zuletzt wurde 2025 die deutsche Autorin Josefina Soppa ausgezeichnet.

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