
Unter den Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 sind auch 2 österreichische Autor:innen und 1 österreichischer Übersetzer: Norbert Gstrein (* 1961 in Tirol) ist mit seinem neuen Roman Im ersten Licht (Suhrkamp Verlag, 2026) in der Sparte Belletristik nominiert, die Comic-Künstlerin Ulli Lust (* 1967 in Wien) hat es mit ihrem Comic Die Frau als Mensch. Schamaninnen (Reprodukt, 2026) auf die Liste für den Preis in der Sparte Sachbuch geschafft. Und Manfred Gmeiner (* 1964 in Wien) ist in der Sparte Übersetzung für Unten leben (Droschl Literaturverlag, 2025), seine Übertragung aus dem Spanischen ins Deutsche des Romans des peruanischen Autors und Literaturwissenschaftlers Gustavo Faverón Patriau nominiert.
Das gab die Leipziger Buchmesse am Mittwoch in einer Aussendung bekannt. Die Verleihung findet zum Messe-Auftakt am 19.3.2026 statt.
Die Jury, der in diesem Jahr Katrin Schumacher (Vorsitz), Katharina Herrmann, Tilman Spreckelsen, Kais Harrabi, Judith von Sternburg, Zita Bereuter und Thomas Hummitzsch angehören, musste heuer insgesamt 485 Titel – eingereicht von 177 Verlagen – sichten.
“Adrian, die Hauptfigur in diesem Buch, kennt den Krieg aus der Distanz. Und doch übt er eine anhaltende Faszination auf ihn aus. Norbert Gstreins kunstvoller und vielschichtiger Roman folgt diesem Adrian und umkreist dabei elementare Fragen unserer Gegenwart: Mit welcher Sprache erzählen wir von Tod und Gewalt? Und wie verhindern wir, dass aus Faszination für Krieg wieder Begeisterung wird?”, begründet die Jury die Nominierung von Im ersten Licht.
Die Nominierung von Ulli Lusts Comic Die Frau als Mensch. Schamaninnen – der erste Band Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte wurde im Vorjahr als erster Comic mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet – argumentierte die Jury so: “Mit dem zweiten Band ihrer Die Frau als Mensch-Reihe zeichnet Ulli Lust belesen und kunstgeschichtlich versiert ein überraschendes Bild der Eiszeitgemeinschaft und ihrer Heilerinnen, Hebammen, spirituellen Helferinnen. Lust kommentiert nachdenklich und manchmal keck von heute aus mit, was Schamaninnen zu einem so lebhaften wie seine Quellen und spekulativen Seiten offenlegenden Comic-Essay macht.”
Über die Auswahl von Manfred Gmeiners Übersetzung von Gustavo Faverón Patriaus Romans Unten leben schreibt die Jury: “Dutzende Stimmen bilden in diesem meisterhaften Horror- und Schelmenroman ein Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. Manfred Gmeiner hat diese labyrinthische Erzählung mit spielerischer Eleganz übertragen, ohne jemals den Blick auf ihre eigensinnigen Figuren, die literarischen Querverweise und das magische Funkeln der Poesie zu verlieren. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer unvergesslichen Erfahrung.”
Mit dem Preis der Leipziger Buchmesse werden seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen geehrt. Die Auszeichnung wird in drei Kategorien vergeben – Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung – und ist in jeder Kategorie mit jeweils EUR 15.000 dotiert.
Genauere Informationen über alle Nominierungen in allen Kategorien sind hier zu finden.
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