
Der mit EUR 10.000 dotierte und vom Land Salzburg gestiftete Rauriser Literaturpreis 2026 für die beste Prosaerstveröffentlichung in deutscher Sprache geht an die Schweizer Musikerin und Autorin Sophie Hunger (* 1983 in Bern / CH) für ihr Romandebüt Walzer mit Niemand (Kiepenheuer & Witsch, 2025). Der Förderungspreis 2026 (dotiert mit EUR 5.000, gestiftet vom Land Salzburg und der Marktgemeinde Rauris) wurde Andreas Neuhauser (* 1988 in Steyr / OÖ) zuerkannt.
Das wurde heute im Rahmen der Programmpressekonferenz der 55. Rauriser Literaturtage bekannt gegeben. Die 55. Rauriser Literaturtage finden von 25. bis 29. März 2026 statt, die Verleihung des Literaturpreises findet traditonell zur Festivaleröffnung statt.
Hauptpreis für Sophie Hunger
Die Jury, der in diesem Jahr Christa Gürtler (Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin), Bettina Hering (Dramaturgin, künstlerische Leiterin der Festivals Literatur im Nebel in NÖ und des Spoken Arts Festivals in Stuttgart) und Rainer Moritz (Literaturwissenschaftler und -kritiker, Autor und Übersetzer) angehören, zeichnet mit Walzer mit Niemand ein Debüt aus, das „seine besondere Sogkraft aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Ausdrucksformen“ beziehe.
Im Zentrum des Textes stehe eine außergewöhnliche, keineswegs alltägliche Freundschaftsbeziehung, in der Musik einen besonderen Stellenwert einnehme. Dabei sei der Autorin ein Werk gelungen, „das sich mit tiefer Empathie und gleichzeitig formaler Klarheit gängigen Erzählmustern entzieht und gerade darin überzeugt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Förderpreis für Andreas Neuhauser
Andreas Neuhauser, der Germanistik und Anglistik studierte und in Salzburg lebt, wurde für seinen Prosatext Linz-Wegscheid zum Thema „Nähe“ prämiert. Die Juror:innen Jessica Beer (Residenz Verlag), Stefan Köglberger (Leiter der Literaturvermittlung im Linzer Stifter-Haus) und Anna Weidenholzer (Autorin) lobten den „vollständigen Verzicht auf ein Narrativ“ als „mutigen Schritt“. Neuhausers Text nehme „die Lesenden auf eine unorthodoxe Stadtteilerkundung“ im Großraum Linz mit und lasse sie so „immer wieder Neues entdecken“.
Auf dem von Manfred Mittermayer und Ines Schütz kuratierten Programm der 55. Rauriser Literaturtage, das heuer unter dem Motto “Lieben” steht, stehen Lesungen und Gespräche u. a. mit Xaver Bayer, Martina Clavadetscher, Ulrike Draesner, Norbert Gstrein, Christina König, Angelika Reitzer, Silke Scheuermann, Eva Schmidt, Marlene Streeruwitz und Feridun Zaimoglu.
Programm und aktuelle Informationen auf www.rauriser-literaturtage.at
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