#Preis

Verleihung des Priessnitz-Preises 2025 an Yevgeniy Breyger

Mi. 5.11.2025

Der ukrainisch-deutsche Autor Yevgeniy Breyger wurde am Mittwoch im Literaturhaus Wien mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis 2025 ausgezeichnet. Die mit EUR 5.000 dotierte Auszeichnung erinnert an einen der bedeutendsten Vertreter der Neuen Poesie, an den Wiener Autor Reinhard Priessnitz (1945–1985). Er wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport finanziert und seit 1994 jährlich an Autor:innen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben.

“Die Texte von Yevgeniy Breyger schmiegen sich nicht an wie das Kätzchen in einem seiner Gedichte. Mit seiner wuchtigen Sprache/seinen Sprachen schlägt er Kerben in die Gegenwart.
Sein Sound überrascht durch die kunstvolle Verwebung poetischer Bilder fragiler Landschaften mit einer literarisierten Mündlichkeit. Seine investigative Poesie vermag auf subversive und raffinierte Weise aufklärerisch zu sein. ‚Das Leben gar gelernt, mich zu berühren‘, schreibt er. Der Überfall Russlands auf die Ukraine wurde zum Wendepunkt seiner literarischen Arbeit. Er hat ihn auf eine neue Weise zum Schreiben und Sprechen gezwungen. ‚Noch nie hat der Honig so deutlich nach Abschied geschmeckt‘, schreibt er in einer frühen Geschichte. Vielleicht weil dieser Abschiedshonig noch nie gleichzeitig so süß war und so bitter”, begründeten die beiden Juroren Gustav Ernst und Robert Schindel ihre Wahl.

Die Laudatio hielt die Autorin Margret Kreidl – sie war 1994 die erste Priessnitz-Preisträgerin. Ihre Lobrede auf Tageszetteln für Yevgeniy Breyger können Sie voraussichtlich im Dezember 2025 im Magazin auf www.literaturhaus-wien.at nachlesen.

Yevgeniy Breyger, 1989 im ukrainischen Charkiw geboren, lebte ab 1999 mit seiner Familie in Magdeburg/D. Nach Studien des Kreativen Schreibens, Kulturjounalismus und der Curatorial Studies in Hildesheim, Leipzig und Frankfurt am Main debütierte er 2016 mit dem viel beachteten Lyrikband flüchtige monde (kookbooks), dem die Bände Gestohlene Luft (kookbooks, 2020), Kryptomagie (mikrotext, 2022) und Frieden ohne Krieg (kookbooks, 2023) folgten. Im Februar 2026 wird sein neuer Gedichtband Hallo Niemand im Suhrkamp Verlag veröffentlicht, wo 2027 auch sein Romandebüt erscheinen soll. Breyger wurde vielfach ausgezeichnet – u. a. mit dem Leonce-und-Lena Preis der Stadt Darmstadt (2019), dem Lyrikpreis München (2021), dem manuskripte-Preis des Landes Steiermark (2023), dem Christine Lavant Preis (2023), dem Klopstock-Preis (2024) und dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft (2025).
Breyger lebt und arbeitet in Wien, wo er als Senior Lecturer Literarisches Schreiben am Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst Wien lehrt. Homepage von Yevgeniy Breyger

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