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Christine Lavant Preis 2025 geht an Ulrike Draesner

Mi. 17.9.2025

Die deutsche Lyrikerin, Romanautorin, Essayistin und Übersetzerin Ulrike Draesner wird mit dem Christine Lavant Preis 2025 ausgezeichnet. Die Verleihung findet am 5. Oktober 2025 im Wiener RadioKulturhaus statt. Der mit EUR 15.000 dotierte Preis für Lyrik und Prosa “würdigt Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen”, heißt es in einer Aussendung der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft.

„Ulrike Draesner überzeugt mit ihrem ebenso vielfältigen wie umfangreichen Gesamtwerk. Sowohl ihre Gedichtbände als auch ihre Romane gehören seit Jahrzehnten zum Lesenswertesten, was die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu bieten hat. Mit Themen wie Erinnerung und Körperlichkeit, Vertreibung und Flucht sowie Neuinterpretationen von Geschichte und Mythen aus Frauenperspektive behandelt die Autorin im Großen wie im Kleinen die drängenden Fragen unserer Zeit. […] Ulrike Draesners Bücher sind sprachlich anspruchsvoll, aber nie überfordernd, lehrreich, aber nie belehrend. […] Sie schreibt Literatur, die uns alle angeht, Literatur, die man gerne rezipiert, kurz: Literatur, wie sie heute gebraucht wird”, begründete die Jury, der Manfred Müller, Gudrun Hamböck, Andreas Unterweger, Erich Klein, Alma Vallazza und Karin S. Wozonig angehörten, ihre Entscheidung.

Ulrike Draesner (* 1962 in München), studierte an den Universitäten München, Salamanca und Oxford Anglistik, Germanistik und Philosophie und arbeitete als wissenschaftliche Assistentin am Münchner Institut für Deutsche Philologie. 1993 gab sie ihre wissenschaftliche Laufbahn zugunsten der schriftstellerischen Arbeit auf. Seit 2018 ist sie Professorin für Deutsche Literatur und Erasmus-Koordinatorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Ulrike Draesner verfasst in erster Linie Lyrik und Prosa. Auch realisiert sie häufig intermediale Projekte mit Kolleg:innen aus anderen Kunstsparten. Bisher liegen mehr als 20 Buchveröffentlichungen vor, zuletzt erschienen bei Penguin die Romane Schwitters (2020), Die Verwandelten (2023) und zu lieben (2024) sowie die Lyrikbände doggerland (2021), hell & hörig (2022) und penelopes sch()iff (2025). Unter dem Titel Sich ein Herz fassen erschienen im Wallstein Verlag ihre Göttinger Lichtenberg-Poetikvorlesung. Als Übersetzerin hat sie u. a. zwei Bände der 2020 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten amerikanischen Lyrikerin Louise Glück aus dem Englischen ins Deutsche übertragen.
Ihr Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Gertrud-Kolmar-Preis (2019), dem Deutschen Preis für Nature Writing (2020), dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds (2021) und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer Stiftung (2024). Homepage von Ulrike Draesner

Der Preis wird seit 2016 von der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft im Gedenken an die Kärntner Schriftstellerin Christine Lavant (1915–1973) verliehen. Bisherige Preisträger:innen waren Kathrin Schmidt, Bodo Hell, Claus Merz, Angela Krauß, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, Yevgeniy Breyger und zuletzt Ann Cotten.
Die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, im Besonderen der Literaturpreis, werden von der KELAG, der Berndorf Privatstiftung, dem Land Kärnten, der Hans Schmid Privatstiftung und durch die Beiträge der Mitglieder der Gesellschaft finanziert.

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