
Der niederländische Journalist und Publizist Geert Mak wird mit dem Jean Améry-Preis für europäische Essayistik 2025 ausgezeichnet. Wie die Internationalen Jean Améry-Gesellschaft in einer Aussendung mitteilte, findet die Verleihung des mit EUR 12.000 dotierten und vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) gestifteten Preises am 7. November 2025 in den Räumen der Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) in Wien statt. In der ÖGfL befindet sich auch der Sitz der Internationalen Jean Améry-Gesellschaft, die über die Vergabe des Preises entscheidet.
Jurybegründung
“Das Werk von Geert Mak, vornehmlich seine Bücher In Europa und Große Erwartungen. Auf den Spuren des europäischen Traums sind scharfsinnige und anregende Inspektionen der kulturellen und politischen Realität Europas, seiner Widersprüche und Möglichkeiten. Der brillante Stilist Geert Mak beweist: Die europäische Idee ist nicht abstrakt, sie braucht keine hochtrabenden Phrasen und man muss auch nichts schönreden – man kann Gewordenheit und Werden Europas sinnlich erzählen und einsichtig machen. Diese Leistung macht Geert Mak zu einem herausragenden Autor geschichtsgesättigter, zeitgenössischer Essayistik”, so die Begründung der Jury, der Mitglieder des erweiterten Vorstands und des Advisory Boards der Améry-Gesellschaft angehörten: Philipp Blom (Wien), Bernhard Fetz (Wien), László F. Földényi (Budapest), Karl-Markus Gauß (Salzburg), Irene Heidelberger-Leonard (London), Geert van Istendael (Brüssel), Ewout van der Knaap (Utrecht), Lukas Kosch (Wien), Michael Krüger (München), Thomas Macho (Wien), Robert Menasse (Wien), Alfred Noll (Wien) und Thomas Strässle (Zürich).
Der Preisträger
Geert Mak zählt zu den bedeutenden europäischen Intellektuellen. Für seine in viele Sprachen übersetzten historischen Sachbücher hat er zahlreiche Auszeichnungen, Ehrendoktorwürden und Preise erhalten, darunter den Leipziger Buchpreis für europäische Verständigung (2008) und die Karlsmedaille für europäische Medien (2021). Zu seinen wichtigsten Büchern zählen Das Jahrhundert meines Vaters (dt. Siedler, 2005), Die Brücke von Istanbul. Eine Reise zwischen Orient und Okzident (dt. Pantheon, 2007) und Große Erwartungen. Auf den Spuren des europäischen Traums (1999-2019) (dt. Siedler, 2020). Homepage von Geert Mak
Der Preis
Der Jean Améry-Preis wurde ursprünglich im Jahr 1982 von Maria Améry, der Witwe von Jean Améry (1912-1978), gemeinsam mit dem Verlag Klett Cotta gegründet und bis 1991 viermal vergeben. Im Jahr 1999 verwendete Robert Menasse das Preisgeld des ihm im selben Jahr zuerkannten Österreichischen Staatspreises als Grundstock zur Wiederbelebung der Auszeichnung, die ab 2000 wieder verliehen wurde. 2015 wurde der Preis vom Klett Cotta Verlag und der Allianz Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit dem europäischen Zeitschriftennetzwerk Eurozine als “Preis für europäische Essayistik” neu ausgerichtet und europaweit ausgeschrieben. In den letzten Jahren wurden Imre Kertész (2009), Dubravka Ugrešić (2012), Adam Zagajewski (2016), Karl-Markus Gauß (2018) und Ivan Krastev (2020) ausgezeichnet.
2025 wird der Preis zum ersten Mal von der neugegründeten Internationalen Jean Améry-Gesellschaft vergeben und von der Kunstsektion im BMWKMS gestiftet. Der Preis soll nun wieder regelmäßig alle zwei Jahre verliehen werden. Mit einem Preisgeld von EUR 12.000 gehört der Jean Améry-Preis zu einem der höchstdotierten Auszeichnung für Essayistik in Europa.
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