
Die 3 Übersetzerinnen Ruth Altenhofer, Birgit Maria Pfaffinger und Rebekka Zeinzinger werden mit dem Alexander Sacher Masoch Preis 2025 ausgezeichnet. Die Preise sind mit je EUR 3.000 dotiert und werden am Samstag, den 13. September 2025 im Rahmen einer Feier anlässlich des Tages der offenen Tür im Literaturhaus Wien überreicht.
Die 1994 gegründete Alexander Sacher Masoch-Stiftung vergibt in unregelmäßigen Abständen Preise an Literaturschaffende für herausragende literarische Projekte. Für 2025 wurden drei Übersetzungsprojekte ausgewählt, die “angesichts der aktuellen technischen Entwicklungen geeignet sind, den Wert und die Bedeutung von menschlicher Übersetzung zu unterstreichen”, so die Jury, der Gerhard Ruiss (Autor und Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren), Anja Malich (Übersetzerin und Geschäftsführerin von Forum Literaturübersetzen Österreich) und der Literaturwissenschaftler Klaus Zeyringer angehörten.
Die Preisträgerinnen
Ruth Altenhofer erhält den Preis für ihre Übersetzung des Romans Der Schatten einer offenen Tür (Diogenes, 2024) von Sasha Filipenko. Der aus Belarus stammende Autor schreibt Kriminalromane voll tiefschwarzem Humor und melancholischer Groteske. Die Jury begründet ihre Wahl damit, dass Ruth Altenhofer mit dieser Romanübersetzung – ihrer fünften dieses Autors – wieder die beinahe dystopische Atmosphäre der russischen Provinz, den rasanten Erzählduktus und die Ironie der Dialoge überzeugend trifft. Ruth Altenhofer, geboren 1979 im Waldviertel, wo sie auch lebt, ist Übersetzerin aus dem Russischen ins Deutsche. Homepage
Birgit Maria Pfaffinger wird für ihre Übersetzung aus dem Englischen von Daisy Johnson Die Schwestern (btb 2024) ausgezeichnet. Die junge britische Autorin Daisy Johnson wurde für ihre Kurzgeschichten schon mehrfach prämiert und war mit ihrem ersten Roman 2018 die jüngste Autorin, die je auf der Shortlist für den renommierten Booker Prize stand. Ihr zweiter Roman, von der Kritik vielfach als literarische Gothic Novel des 21. Jahrhunderts gelobt, überzeugt mit seinen eindrücklichen Bildern und seinem fast lyrischen Duktus in der Übersetzung von Birgit Maria Pfaffinger ebenso wie im Original. Birgit Maria Pfaffinger ist in Oberbayern geboren und lebt in Wien.
Rebekka Zeinzinger erhält den Preis für ihre Übersetzung aus dem Serbischen von Milica Vučkovićs Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen (Zsolnay 2025), der ersten deutschen Übersetzung eines Romans dieser Autorin. Vučković schildert darin mit großer Präzision Entwicklung und Dynamik einer toxischen Beziehung. Rebekka Zeinzingers Übersetzung gelingt es, die Lakonie des Textes ebenso haarscharf wie selbstverständlich nachzuzeichnen – was sie schon in ihrer vorigen Arbeit, den schaurig-schönen Erzählungen von Lana Bastašić Mann im Mond (Fischer 2023) bewiesen hat. Rebekka Zeinzinger ist 1992 in Niederösterreich geboren und lebt in Wien, sie übersetzt aus dem Bosnischen, Kroatischen und Serbischen. Homepage
Der Preis
Der Alexander Sacher Masoch-Preis wurde 1994 gegründet. Die finanziellen Mittel des Preises stammen aus der Alexander Sacher Masoch-Stiftung, die von der Witwe des Schriftstellers Alexander Sacher-Masoch (1901–1972) ins Leben gerufen wurde. Er wird unregelmäßig, je nach zur Verfügung stehenden Stiftungsmitteln, zuerkannt. Die Stiftung wird im Literaturhaus Wien von den drei dort angesiedelten Vereinen (Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur / IG Autorinnen Autoren / Forum Literaturübersetzen Österreich) verwaltet. Wurden anfangs einzelne Autor:innen wie Elfriede Czurda, Robert Menasse und Kathrin Röggla sowie die Übersetzerin Doreen Daume ausgezeichnet, ging der Preis zuletzt an Projekte, von denen “neue und nachhaltige Impulse für das literarische Leben ausgingen und weiter zu erwarten sind” wie die Grazer Wandzeitung ausreißer oder die Wiener Initiativen poesiegalerie und ZEITZOO – Die Evolutionsbibliothek.
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