
Ulrike Diethardt, langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien, ist im 69. Lebensjahr verstorben.
Diethardt studierte in Graz Germanistik und dissertierte über den „Kulturellen Wiederaufbau in österreichischen Kinderzeitschriften: ‚Freundschaft‛ und ‚unsere Zeitung‛ 1946–1949. Ein Beispiel kulturpolitischer Konsensbildung“. Von 1985 bis zu ihrer Pensionierung 2017 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien. Seit 2004 war sie Leiterin der Pressedokumentation.
Sie hat gemeinsam mit Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell an zahlreichen Projekten, Ausstellungen und Publikationen mitgewirkt, u. a. am Hertha Kräftner-Tanzprojekt heft.narrt.krähe (1991), an der Veranstaltungsreihe Klang.Raum.Sprache (1992) zur literarischen Verarbeitung von Exilerfahrungen sowie an der Videoinstallation FERN-SICHT auf Bücher (1993). Im Rahmen des Österreich-Schwerpunkts bei der Frankfurter Buchmesse 1995 arbeitete sie an der Ausstellung Der sechste Sinn: Österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts mit. 1996 realisierte sie mit Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell die Ausstellung Literatur und Film: Lesen für Augenmenschen am Adalbert-Stifter-Institut Linz, 1997 bis 2000 arbeitete sie führend am digitalen Schlagwortsystem für die Sammlungen des Literaturhaus Wien mit. Zudem publizierte sie zahlreiche Themenbände und Dossiers zur österreichischen Gegenwartsliteratur.
Neben ihrer Tätigkeit im Literaturhaus Wien und auch danach war Diethardt als selbstständige Psychotherapeutin aktiv.
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